Steinzeitlicher Brunnen entdeckt

Einen seltenen Fund machten Archäologen bei Niederröblingen in Sachsen-Anhalt: sie entdeckten einen über 7.000 Jahre alten Brunnen.

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»Der Brunnen ist als einer der ältesten seiner Art in Mitteleuropa eine Sensation« sagte Landesarchäologe Harald Meller. Bisher sind aus der Zeit der Bandkeramik (benannt nach den charakteristischen Gefäßverzierungen) nur sechs weitere Brunnen bekannt.

Der Brunnen ist quadratisch und misst etwa 80 x 80 cm. Angelegt wurde er inmitten einer Siedlung, von der bisher 20 Hausgrundrisse nachgewiesen werden konnten. Interessant ist auch, dass sich die steinzeitlichen Ackerbauer und Viehzüchter die Mühe machten, einen Trinkwasserbrunnen unweit eines Flusses anzulegen. »Das deutet daraufhin, das es schon damals ein Umweltproblem gab und die Flüsse nicht mehr sauber waren« sagt die Archäologin Susanne Friederich.

Die Wissenschaftler waren bei Ausgrabungen im Zuge des Neubaus der Autobahntrasse A71 auf den Brunnen gestossen, der nun geborgen werden soll. Allerdings gestaltet sich dieses Vorhaben schwierig, denn der Brunnen liegt tief im Grundwasser.

Kommentare (7)

  • Dr. Regina Peters-Abbey
    Dr. Regina Peters-Abbey
    am 03.08.2007
    Die Frage ist nur: Wodurch sollte der Fluss verunreinigt gewesen sein? Neolithische Industrie? Fäkalien-Einleitung? Wie hoch war die Bevölkerungsdichte damals? Gibt es da schlüssige Zahlen?
  • Peter Pinske
    Peter Pinske
    am 03.08.2007
    Mir erscheint das Ganze auch etwas fragwürdig. Was bedeutet "unweit eines Flusses"? Waren die Menschen zu bequem, die Strecke bis zum Fluß zu laufen mit schweren Wassergefäßen? Waren sie auf eine effizientere Idee gekommen, egal wie weit oder wie nah ein Fluß vorbeifloß? Und welcher Fluß? Floß er zur Besiedlungszeit auch dort oder änderte er sein Fließbett? War es an dem Fluß aus diversen Gründen gefährlich, sodass die Menschen einen sichereren Wasserplatz benötigten und dies die Mühe, einen Brunnen zu graben, x-fach aufwog?

    Fragen über Fragen.... :eek:
  • Hans-Joachim Michalik
    Hans-Joachim Michalik
    am 04.08.2007
    Eine neolithische Industrie sowie Fäkalieneinleitung durch eine Grossstadt können wir wohl ausschliessen. Wenn eine Verunreinigung vorhanden war dann höchstens durch starke Loslösung von Mineralien so das er optisch verunreinigt erschien.
    Der Grund für den Brunnenbau wird wohl eher auf praktischen überlegungen erfolgt worden sein. Brandschutz die Hütten waren aus Holz mit Ried gedekt, innen offene Feuerstellen, Tränke für Mensch und Vieh, im Winter das mühsame heranschleppen bei Schnee und Eis. Es gibt noch viele weiter Gründe.
  • Albert Recknagel
    Albert Recknagel
    am 06.08.2007
    Sicher wird es eine logische Erklärung geben. Aber warum diese von unseren modernen Problemen (Umweltverschmutzung) her denken? Neben den schon genannten praktischen Gründen gab es auch noch andere Motive. Vielleicht schmeckte ihnen das Brunnenwasser besser als das Flusswasser? Vielleicht gab es religiöse Vorbehalte die wir uns nicht mehr vorstellen können? Weiter forschen! Und mal in noch lebende "steinzeitliche" Kulturen schauen. Das erweitert das Vorstellungsvermögen ungemein.
  • Eckhard Bremer
    Eckhard Bremer
    am 06.08.2007
    Das erste Kind mag eine Sensation sein, aber das Achte? Im Zusammenhang mit archäologischen Funden und Befunden sollten wenigstens die Wissenschaftler mit diesem Begriff vielleicht etwas zurückhaltender sein, wenn es schon die Journalisten nicht lassen können.
    Ergänzend den vermutenden Gründen für die Notwendigkeit eines Brunnens in der Siedlung statt einer Wasserstelle am Fluss: Flüsse können bei langer Trockenheit zu Rinnsalen verkümmern, im Winter unter einer Eisschicht verschwinden und bei Hochwasser so viele Sedimente, tote Tiere u.ä.mitführen, dass auch dem Bandkeramiker der Appetit vergangen sein dürfte.
  • edi süss
    edi süss
    am 12.08.2007
    Stehende oder Fließgewässer hatten sicherlich eine andere "Qualität" (in vielerlei Hinsicht) für die frühesten Ackerbaukulturen als ein selbst ergrabenes Wasserreservoir im (eingehegten?) Siedlungsgefüge.
    In vielen Fällen dürfte der Zugang zum Fluss auch schwierig gewesen sein... Überschwemmungen, Eis (s.o.) etc.
    Ein eigener Brunnen dürfte, nicht nur bei Konkurrenzsiedlungen, vor allem dem Pionier/Autarkie/Kult/Sippengedanken entsprochen haben. Aber dies ist natürlich Spekulation- vermutlich aber näher an der Wahrheit als die "Umweltproblemtheorie"!?
  • Sepp Albrecht
    Sepp Albrecht
    am 11.10.2008
    Sachsen-Anhalt ist möglicherweise Bundesland in dem jeder archäolgischer Befund eine Sensation sein muss. Nicht die Presse macht die Sensationen sondern die Vertreter der Archäologie die die Presse über neue Ausgrabungsergebnisse informieren. Siehe Himmelsscheibe von Nebra wo durch Annahmen und Vermutungen von Wissenschaftler ein bronzezeitliches Weltbild gezeichnet wird, dass keiner logischen noch wissenschaftlichen Untersuchung standhält.

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