Rekonstruktion eines karolingischen Herrenhofes am Kloster Lorsch

Der Hamburger Experimentalarchäologe Frank Andraschko will die Lebensweise auf einem karolingischen Herrenhof und damit die frühere Lebenswirklichkeit im Umfeld des Klosters veranschaulichen

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Karolingische Torhalle des Klosters Lorsch
Karolingische Torhalle des Klosters Lorsch. Foto: Armin Kübelbeck (CC)

Unter der Leitung des Experimentalarchäologen Dr. Frank Andraschko von der Universität Hamburg und des auf das Frühmittelalter spezialisierten Historikers Dr. Hermann Schefers (Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen) wird die Universität Hamburg gemeinsam mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen und der Stadt Lorsch als Kooperationspartnern ein karolingisches Freilichtlabor an der UNESCO-Weltkulturerbestätte Lorsch realisieren. Die Abtei Lorsch wurde während der Regierungszeit König Pippins des Kurzen (751-768) gegründet und zusammen mit den archäologischen Überresten des nahe gelegenen Klosters Altenmünster 1991 in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen.

Das Freilichtlabor soll die Lebensweise auf einem karolingischen Herrenhof und damit die frühere Lebenswirklichkeit im Umfeld des Klosters Lorsch veranschaulichen. Dazu realisiert das Projekt modellhaft einen idealtypischen karolingerzeitlichen Herrenhof des 8./9. Jahrhunderts mit Garten-, Feld- und Weidefluren, die mit archäobotanisch und historisch nachgewiesenen Nutzpflanzen besetzt werden. Auf Weiden und Wiesen finden alte Haustierrassen ihre Nahrung. Archäologie-Studierende der Universität Hamburg können im Freilichtlabor archäotechnische Praktika vor Ort absolvieren: Sie bauen beispielsweise in Gruppenarbeit mittelalterliche Lehmhäuschen.

»Wir werden ein fachlich fundiertes 1:1-Modell einer ländlichen Siedlung mit Adelscharakter des 9. Jahrhunderts bauen. Grundlage des Bauplans sind mittelalterliche Schriftquellen und archäologische Ausgrabungsbefunde. Der Herrenhof Lauresham wird den Besuchern lebendige Eindrücke vermitteln, wie ein Herrenhof im Frühmittelalter ausgesehen haben kann. Das ist Archäologie zum Anfassen und Erfahren!«, so Frank Andraschko.

Der Bau beginnt ab sofort, die Projektlaufzeit beträgt zwei Jahre. Das Archäologie-Projekt ist eines der größten Vorhaben dieser Art in Europa; als einzige deutsche Universität hat die Universität Hamburg Erfahrung bei Aufbau und Begleitung solcher Vorhaben. Das Projekt steht im Zusammenhang mit einer Aufwertung der Welterbestätte insgesamt. Über 12 Mio Euro werden in Lorsch investiert, um die Welterbestätte wieder als einstiges politisches, wirtschaftliches und kulturelles Machtzentrum bewusst werden zu lassen. Das Freilichtlabor steht innerhalb des Gesamtkonzepts für eine Veranschaulichung der frühmittelalterlichen Grundherrschaft. Die Besitzungen des Klosters Lorsch reichten einst von der niederländischen Nordseeküste bis nach Graubünden.

Kommentare (1)

  • Sandy Sandy
    Sandy Sandy
    am 28.04.2013
    Ich wfcrde es ja schon gut finden, wenn unser Dachverband in die Richtung mal was kmeomn wfcrde. Es wfcrde absolut Sinn machen dabei an einem Strang zu ziehen um damit auch wirklich eine breite Masse anzusprechen und damit auch mal fcberregional ein wenig Mundpropaganda entsteht Leider ffchle ich mich hier wie fcbrigens schon so oft vom DFV im Stich gelassen. Langsam kann mir der Saftladen echt gestohlen bleiben.Bleibt nur zu Hoffen das sich andere am o.g. Beispiel vielleicht ein Beispiel nehmen und wenigstens auf Le4nderebene was auf die Wege bringen.

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