Petition zum Schutz des Kulturerbes unter Wasser

Deutschland hat UNESCO Konvention von 2001 bisher nicht ratifiziert

Eine Petition soll nun den Schutz des maritimen kulturellen Erbes auf der Tagesordnung der Politik weiter nach oben rücken.

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Unterwasser-Ausgrabung
Ausgrabung unter Wasser: Das Aber Wrac'h 1 Schiffswrack aus dem 15. Jh., Côtes d'Armor, Frankreich. © UNESCO/F. Osada /Drassm

Bereits 2001 hat die UNESCO eine Konvention beschlossen, durch die das Kulturerbe auf dem Grund des Meeres, von Seen und Flüssen vor Plünderung und Zerstörung geschützt werden soll. Nach der Ratifizierung durch 20 Staaten trat die Konvention Anfang des Jahres in Kraft. Deutschland allerdings ist nicht dabei - acht Jahre nach dem Beschluss hat Deutschland die Konvention noch immer nicht ratifiziert.

Die UNESCO-Konvention soll sicherstellen, dass es keine private und kommerzielle Ausbeutung von Unterwasserfundstellen gibt. Das vermindert das Interesse der Schatztaucher, da weltweit die Grauzonen verschwinden, in denen sie operieren können.

Durch den Artikel 11 der Konvention wird geregelt, daß Schiffskapitäne ihren Flaggenstaaten von unterwasserarchäologischen Aktivitäten berichten müssen. Das bedeutet in nationaler Konsequenz, dass kein Schiff unter deutscher Flagge irgendwo auf den Weltmeeren an illegalen Ausgrabungen teilnehmen darf. Dies ist ein wirksames Mittel im Kampf gegen Schatzsucher. Das ist durchaus einschlägig, denn man kann nicht die Augen davor verschließen, daß es etliche Unternehmen und Privatleute gibt, die von deutschen Schiffen aus an der Plünderung der Weltmeere teilnehmen.

Schon seit geraumer Zeit hat die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie (DEGUWA)versucht, Politiker dazu zu bewegen, das Thema auf die politische Tagesordnung zu bringen - bislang allerdings ohne großen Erfolg. Nun will die DEGUWA eine Petition beim Bundestag einreichen mit dem Ziel, dass Deutschland als Kulturnation endlich seine Rolle zum Schutz des kulturellen Erbes in den Weltmeeren wahrnimmt.

Nachdem zunächst Unterschriften in fachwissenschaftlichen und Tauchsportkreisen gesammelt wurden, soll seit Anfang des Jahres eine breitere Öffentlichkeit für das Thema gewonnen werden. Bis Ende Juni hat man noch Gelegenheit, die Petition durch eine Unterschrift zu unterstützen. Unterschriftenmappen liegen in den unten angegebenen Institutionen* aus. Sie können auch die Unterschriftenmappe (PDF) herunterladen, ausdrucken und mit möglichst vielen Unterschriften rechtzeitig an die DEGUWA übergeben. Weitere Informationen erhalten Sie unter info(at)deguwa.org

 

 

  • * Arbeitskreis Historischer Schiffbau, Deutsches Binnenschifffahrtsmuseum in Duisburg, Deutsches Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven, Institut für Altertumswissenschaften in Frankfurt, Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte Bremen, Institut für Ur- und Frühgeschichte in Kiel, Institut für Geschichtswissenschaften Berlin, Institut für Ur- und Frühgeschichte in Mainz, Institut für Ur- und Frühgeschichte in Greifswald, Römisch-Germanische Kommission in Frankfurt, Verband Deutscher Sporttaucher

Kommentare (2)

  • von Bödefeld
    von Bödefeld
    am 10.06.2009
    Sollen hier wieder Arbeitsstellen für neue EU Beamte in Brüssel geschaffen werden?Habt ihr keine anderen Probleme.
    Ich finde es reicht langsam.ICH als Steuerzahler bin dagegen.
    Das Geld reicht nicht mal für unser Kulturerbe im Land.
  • Lars
    Lars
    am 13.06.2009
    Es geht dabei nicht darum neue Beamtenstellen einzurichten, wie oben vermutet wird oder Ausgrabugen zu finanzieren. Das Ziel ist, dass Kulturgüter, die auf den Grund der Meere gelangten zu schützen und damit den egoistischen Interesse einer gewissen „Händlerszene“ zu entziehen! Durch eine entsprechende gesetzliche Regelung könnten sich auch noch die nachfolgenden Generationen an den Schätzen der Menschheitsgeschichte erfreuen.

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