Neue Professur am Institut für Archäologische Wissenschaften der Uni Frankfurt

Fleur Kemmers tritt die neue Lichtenberg-Professur am Institut für Archäologische Wissenschaften der Universität Frankfurt an

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Dr. Fleur Kemmers
Dr. Fleur Kemmers, neue Lichtenberg-Professorin in Frankfurt

Um zukunftsträchtige Forschungsfelder an deutschen Universitäten zu etablieren, fördert die VolkswagenStiftung herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einer Lichtenberg-Professur. 25 solcher Professuren - benannt nach dem Mathematiker, Physiker und Philosophen Georg Christoph Lichtenberg - hat die Stiftung seit 2003 an 17 Hochschulen eingerichtet. Für die vier in diesem Jahr neu hinzugekommenen Professuren stellt die Stiftung mehr als 4,1 Millionen Euro bereit. Eine der neuen Professuren tritt  Dr. Fleur Kemmers (31) am Institut für Archäologische Wissenschaften der Universität Frankfurt am Main an.

W1-Lichtenberg-Professorin Dr. Fleur Kemmers beschäftigt sich künftig mit "Münze und Geld in der griechisch-römischen Antike".

Geld regiert die Welt, sagt ein altes Sprichwort. Aber war das auch in der griechisch-römischen Antike schon so? Fleur Kemmers untersucht künftig im Zuge ihrer W1-Lichtenberg-Professur zum Thema "Münze und Geld in der griechisch-römischen Antike" an der Universität Frankfurt am Main die Entwicklung des Geldes und seines Gebrauchs sowie die Bedeutung und Funktion von Münzen in der damaligen Zeit. Wie hat sich der Münzgebrauch in den Jahren 600 vor Christus bis 500 nach Christus in der antiken Welt entwickelt und verändert? Um das herauszufinden, nutzt Kemmers Methoden und Theorien aus der Archäologie, Anthropologie, Ethnologie, Archäometrie und der Alten Geschichte. Dabei sieht sie die Zukunft der antiken Numismatik - der Münzkunde - weniger im Studium der Münze als Einzelobjekt; vielmehr stehe zunehmend die Analyse von Münzen im Kontext ihrer Herstellung, ihres Gebrauchs und Verlusts sowie ihrer Deponierung im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Kemmers freut sich: "Die Zukunft der antiken Numismatik liegt in der interdisziplinären Betrachtungsweise. Die Lichtenberg-Professur bietet mir jetzt die Möglichkeit, diesen Ansatz zu verfolgen!"

Fleur Kemmers studierte von 1996 bis 2000 Europäische Archäologie an der Universität Amsterdam und wechselte dann an die Universität Nijmegen, an der sie im Juni 2005 mit Auszeichnung promovierte. Während ihrer Promotionszeit arbeitete die 31-jährige Niederländerin zusätzlich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Royal Dutch Museum for Coins and Medals. Für ihr Postdoktorat an der Universität Nijmegen erhielt sie ein Stipendium der Netherlands Organisation for Scientific Research. Forschungsaufenthalte absolvierte Dr. Kemmers von November 2006 bis Januar 2007 an der Universität Frankfurt am Main und von April bis Juni 2008 an der Universität Oxford. Neben ihrer Forschungstätigkeit betreibt Kemmers ein kleines Unternehmen, das bei der Identifikation von Funden römischer Münzen hilft und entsprechende Informationen für Interessierte bereit stellt.

Hintergrund Förderinitiative Lichtenberg-Professuren

Das Angebot richtet sich in erster Linie an herausragende Nachwuchswissenschaftler mit zwei- bis dreijähriger Forschungserfahrung nach der Promotion, die mit ihrer Arbeit in einem innovativen Feld auf sich aufmerksam gemacht haben und nun mit einer Lichtenberg-Professur ihr Gebiet weiter voranbringen möchten. Es steht auch exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern offen, deren Promotion bereits mehrere Jahre zurückliegt. Details zu diesem Angebot und Informationen zur Antragstellung sind nachzulesen auf http://www.volkswagenstiftung.de/foerderung/strukturen-und-personen/lichtenberg-....

"Wir wollen dazu beitragen, dass Deutschland als herausragender Wissenschaftsstandort wächst. Deshalb geben wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit zukunftsweisenden Forschungsfeldern eine Karriere-Perspektive für die nächsten fünf bis acht Jahre", sagt Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung in Hannover. "Diese Zeit unserer Förderung sollen die Forscher dazu nutzen, ihr innovatives, teils noch unbekanntes Wissenschaftsgebiet an einer deutschen Universität zu verankern. Die Hochschulen können mit der Einrichtung der neuen Professuren ihr Profil schärfen und strategisch für die Zukunft planen."

Mit den Lichtenberg-Professuren fördert die VolkswagenStiftung seit dem Jahr 2003 herausragende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in innovativen Lehr- und Forschungsfeldern. Für fünf bis - im Falle einer positiven Zwischenevaluation - maximal acht Jahre stellt die Stiftung Mittel zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass die aufnehmende Hochschule die Übernahme erfolgreich evaluierter Professuren garantiert.

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