Klimawandel bedroht UNESCO-Welterbestätten

Studie "World Heritage and Tourism in a Changing Climate" warnt vor Risiken

Der Klimawandel ist eines der größten Risiken für Welterbestätten. Das stellen die Autoren der Studie "World Heritage and Tourism in a Changing Climate" fest. Sie wurde von der UNESCO, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der "Union of Concerned Scientists" (UCS) erstellt.

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"Wir müssen die weltweite Bedrohung von Welterbestätten durch den Klimawandel besser verstehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen", sagte Dr. Mechtild Rössler, Direktorin des UNESCO-Welterbezentrums. "Wie die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, müssen unsere Klimaschutz-Anstrengungen gemäß Pariser Klimaabkommen den Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad begrenzen, um unser Welterbe für aktuelle und künftige Generationen zu erhalten."

Die gemeinsame Studie von UNESCO, UNEP und UCS untersucht die Risiken beispielhaft anhand von 31 Weltnatur- und Kulturerbestätten in 29 Ländern. Risiken sind unter anderem steigende Temperaturen, schmelzende Gletscher, steigender Meeresspiegel, extreme Dürren und längere Waldbrandsaisons. Die Auswirkungen des Klimawandels können dazu führen, dass viele Welterbestätten ihren außergewöhnlichen universellen Wert verlieren. Das könnte auch den Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung von Welterbestätten insbesondere in Entwicklungsländern erheblich beeinträchtigen, so die Warnung der Autoren. Dennoch werde der Klimawandel in Managementstrategien von Welterbestätten und in der Entwicklung touristischer Nutzungskonzepte zu wenig berücksichtigt.

Die Studie dokumentiert den Einfluss des Klimawandels auf weltbekannte Touristenziele wie dem italienischen Venedig, Stonehenge in Großbritannien, den Galapagos-Inseln von Ecuador, der südafrikanischen Landschaft Cape Floral, der Hafenstadt Cartagena in Kolumbien und dem japanischen Shiretoko-Nationalpark. Auch die grenzüberschreitende Welterbestätte Wattenmeer wird vom Klimawandel betroffen sein, zum Beispiel durch den steigenden Meeresspiegel und durch zunehmende Stürme. Eine Abnahme der Landfläche könnte beispielsweise die Nahrungssuche für Vögel erschweren. Bisher ist das Wattenmeer eines der vogelreichsten Gebiete weltweit. Derzeit besuchen laut Studie jährlich etwa 10 Millionen Menschen die Stätte und verantworten damit Einnahmen von 3 bis 5 Milliarden Euro.

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