Internationales Forschungssymposion über Dämonen

 

Vom 23.-27. Mai veranstaltet das Institut für Antikes Judentum und hellenistische Religionsgeschichte der Universität Tübingen unter der Leitung von Dr. Armin Lange und Prof. Hermann Lichtenberger ein internationales Forschungssymposium zum Thema "Die Dämonen: Die Dämonologie der alttestamentlich-jüdischen und frühchristlichen Literatur im Kontext ihrer Umwelt".

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Tagungsort wird das Hotel Convita in Rottenburg sein.

Das Wort "Dämon" (auf griechisch "daimon") wurde ursprünglich ohne negative Wertung für eine Gottheit niederen Ranges oder ein Mittlerwesen zwischen der göttlichen und der irdischen Welt verwendet. Erst im Laufe der jüdisch-christlichen Religionsgeschichte wurde der Begriff auf die negative Sphäre des Transzendenten eingegrenzt. Auf dem geplantem Symposium wollen die Wissenschaftler der Frage nachgehen, aus welchen Quellen sich die alt-testamentlich-jüdische und frühchristliche Dämonologie speiste und wie sie traditionsgeschichtlich gewirkt haben. Die insgesamt 36 Vorträge sind neben den Schwerpunktgebieten des Kongresses (Altes Testament, Frühe Kirche und Judaistik) auch dem Alten Orient, dem Alten Ägypten, der griechisch-römischen Welt und der frühen Kirche gewidmet. Besonders interessant ist für die beteiligten Wissenschaftler die Frage, wie sich in der alttestamentlich-jüdischen Tradition die Vorstellung eines negativ besetzten "satanischen" Dämons entwickeln konnte. Nicht nur für die Biblische Theologie und das Verständnis der Theologiegeschichte ist die alttestamentlich-jüdische und frühchristliche Dämonologie von Bedeutung; ihre Traditionen lassen sich bis in die mittelalterlichen Vorstellungen von Dämonen hinein verfolgen. Für die Gegenwart ist das Thema nicht zuletzt angesichts des zunehmenden Okkultismus und Satanismus aktuell. Die Tagung, die Wissenschaftler aus der ganzen Welt (Dänemark, England, Frankreich, Israel, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und den USA) zu diesem Thema versammelt, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Land Baden-Württemberg finanziert. Zusätzliche Geldmittel wurden von der Vereinigung der Freunde der Universität Tübingen und dem Graduiertenkolleg "Die Bibel - ihre Entstehung und ihre Wirkung" bereitgestellt.

Im Zusammenhang mit der Tagung wird die Öffentlichkeit zu einem Vortrag des renommierten Schweizer Professors Othmar Keel (Fribourg) eingeladen. Das Thema des Vortrags lautet: "Engel, Dämonen und Amulette - ein Beitrag der Archäologie und Ikonographie". Der Vortrag findet laut Programm am Freitag, 25.5., im Hörsaal des Theologicums (Liebermeisterstr. 12, 72076 Tübingen) statt (Beginn: 20.15).

Quelle: Uni Tübingen (idw)

Kommentare (1)

  • Ulrich Mehl Nortorf SH
    Ulrich Mehl Nortorf SH
    am 25.05.2001
    Das Thema ist sehr interessant, führt es doch auch zur"Erfindung" des christlichen Teufel, gespeist aus der gleichen Quelle. So hatten die christlichen Führer ein Instrument zum "Angstmachen"erschaffen um ihre Schäfchen ständig unter Druck zu halten. Dieser Teufel hat für Milionen von Ketzern auf den Scheiterhaufen die Begründung geliefert.

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