"Ein Teil zu viel"

 

Welchen Wert hat Müll für die Archäologie. Ein Projekt des Museums für Ur- und Frühgeschichte in Freiburg

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Alltagsgenstände von gestern und heute als Dokumente vergangenen Lebens und gelebter Kulturen präsentiert das Museum für Ur- und Frühgeschichte in seinem Ausstellungprojekt "Ein Teil zu viel", das am Mittwoch, 23. Mai, um 19 Uhr im Museum für Ur- und Frühgeschichte, Colombischlössle, eröffnet wird. Die Idee: Die Siedlungsarchäologie erarbeitet anhand von Abfällen früherer Zeiten ein Bild der damals lebenden Kultur. So wird der Müll unserer Vorfahren zu hoch versicherten Museumsobjekten. Die Ausstellung zeigt, welche archäologischen Reste es gibt und was diesen Müll für uns heute so wertvoll macht. Daneben wirft sie einen Blick auf die heutige Müllproduktion. Und sie stellt Fragen: Wie sähe die Menschheit im Jahr 4002 unsere Kultur, wenn sie lediglich heutigen Müll als Fundmaterial hätte? Was ist uns heute soviel wert, dass es auch in 2000 Jahren als wertvoll erachtet würde?

Die Ausstellung zeigt in einem magazinartig gestalteten Raum "Übriggebliebenes" von gestern und heute: links römische Fundstücke aus dem Legionslager Dangstetten, rechts Bügeleisen, Kaffeekanne, Metallschrauben, Kletterhaken und anderes. Dabei wird deutlich: Das archäologische Museum als Aufbewahrungsort gibt über Alltagsgegenstände Einblicke in vergangene Kulturen. Wie das Bild künftiger Forscher von unserer Kultur aussehen könnte, bestimmen Ausstellungsbesucherinnen und -besucher mit, indem sie ihnen für die Nachwelt wichtig erscheinende Objekte (real oder virtuell über das Internet) bis zum Ende der Ausstellung im Museum deponieren. Dabei sind Phantasie und Ideenvielfalt keine Grenzen gesetzt - auch für große Objekte ist genügend Platz vorhanden. Die dabei entstehende "Sammlung der Erinnerung" ist weltweit über das Internet unter www.viror.de/weltdinge abruf- und erweiterbar.

Die Ausstellung "Ein Teil zu viel" läuft bis zum 1. Juli und ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen finden am 3., 4., 10., 13., 17., und 24. Juni sowie am 1. Juli jeweils um 11 Uhr statt. Ein Museumsgespräch zum Thema findet am 19. Juni um 15.30 Uhr statt. Am 29. Juni um 19.30 Uhr hält der Freiburger Künstler Richard Schindler einen Vortrag mit dem Titel "Bilder sind das Letzte".

Quelle: Museum für Ur- und Frühgeschichte Freiburg

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