Griechische Kulte und Heiligtümer: Neue Funde und Forschungen

Bei einem internationalen Kolloquium an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) stehen am 6. und 7. September 2013 neue Funde und Forschungen über griechische Kulte und Heiligtümer im Fokus. Zu der Tagung ist auch die interessierte Öffentlichkeit eingeladen.

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Tempel der Athena Nike

Die zahllosen griechischen Heiligtümer waren nicht nur Brennpunkte der Kommunikation mit den Göttern, sondern auch Orte zwischenmenschlichen Austausches z.B. im Rahmen der Festkultur oder im Rahmen repräsentativer und politischer Aktionen. Die Entstehung, Gestalt, Ausstattung und Entwicklung sowie Platzierung und Einbettung der einzelnen Kultstätten können daher über zahlreiche Felder und Facetten religiöser Vorstellungen und Praktiken, über Organisationsformen, Verbünde und Spezifikationen, über den Einzugsbereich eines Heiligtums und die Wirkungsmacht seiner Gottheit(en), oder über die sich wandelnden Ansprüche und Befürchtungen unterschiedlicher Teile der menschlichen Gesellschaft Auskunft geben.

Im Fokus des Kolloquiums stehen mehrere Kultstätten Süd- und Mittelgriechenlands, deren Nutzungszeit im 1.Jt. v.Chr. liegt und die einen exemplarischen Ausschnitt aus der Palette verschiedener Landschaften, Heiligtumstypen und Gottheiten/Heroen bieten. In den Vorträgen werden Rahmenbedingungen, bauliche Strukturen und Votive vorgestellt, wobei – abhängig vom jeweiligen Stand der Grabung bzw. Forschung – in einigen Fällen der gesamte Kultplatz, in anderen Fällen ausgewählte Strukturen oder Materialien im Mittelpunkt der Ausführungen stehen. Ein besonderes Augenmerk wird jeweils auf Entstehung, Entwicklung und Einzugsgebiet des jeweiligen Kultplatzes gelegt.

In Griechenland wurden in den letzten Jahren zahlreiche Projekt-, Lehr- und Notgrabungen initiiert bzw. durchgeführt; wovon viele noch gar nicht, nur vorläufig in einzelnen Aspekten oder an schwer zugänglichem Ort publiziert sind. Dank der regen Vortragskultur vor Ort werden die griechischen wie auch die im Lande lebenden nicht-griechischen Kollegen laufend über die neuen, teilweise unser etabliertes Bild erheblich verändernden Funde und Erkenntnisse informiert und können diese in ihre eigenen Forschungen einbeziehen oder im Rahmen ihrer eigenen Forschungsansätze berücksichtigen. Hierzulande besteht in dieser Hinsicht eine schmerzhafte, durch einzelne Gastvorträge nur höchst unzureichend ausgefüllte Lücke. Im Rahmen des Kolloquiums werden daher griechische Kollegen versammelt, die in den letzten Jahren zu diesem Kernthema Klassischer Archäologie wichtige, unser Bild verändernde Grabungen durchgeführt haben. Ergänzt wird diese Gruppe durch den langjährigen Leiter der finnischen Schule in Athen, dessen Grabungsprojekt ebenfalls noch nicht endgültig publiziert ist.

Die Zusammenführung der Beteiligten verspricht nicht nur den Teilnehmern und den zu erwartenden zahlreichen Zuhörern Austausch zu Funden, Ansätzen und Methoden, sondern soll internationale Breitenwirkung entfalten, indem eine zügige Publikation in deutscher und englischer Sprache erfolgt.

Info zum Kolloquium
»Griechische Kulte und Heiligtümer. Neue Funde und Forschungen«

Die Veranstaltung wird von Univ.-Prof. Dr. Heide Frielinghaus, Institut für Klassische Archäologie der JGU, und Dr. Jutta Stroszeck vom Deutschen Archäologischen Institut in Athen organisiert und findet am 6./7.9.2013 im Fakultätssaal des Philosophicums (Raum 01-185), Jakob-Welder-Weg 18, Campus der Universität Mainz statt.

Tagungsprogramm (PDF)

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