Geschichte zum Anfassen

Römerschiff "Victoria" zu Gast in Rheine

Wo einst die Römer ruderten, machte jetzt "Victoria" Station: Das römische Kriegsschiff des Ausstellungsprojektes "IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre Varusschlacht" war am letzten Wochenende in Rheine und damit erstmals in Nordhrein-Westfalen zu sehen. Vom 11.07.08 bis 13.07.08 lag der originalgetreue Nachbau an der Ems. Dort konnten Neugierige das 16 Meter lange und fast drei Meter breite Holzschiff besichtigen.

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"Victoria" auf dem Weg nach Rheine, zwischen der Listruper Schleuse und Salzbergen
"Victoria" auf dem Weg nach Rheine, zwischen der Listruper Schleuse und Salzbergen. (Foto: Imperium Konflikt Mythos)

Zuvor musste das von Althistorikern der Universität Hamburg rekonstruierte Schiff jedoch "Emserfahrung" sammeln: 20 Ruderer bewegten das ca. vier Tonnen schwere Gefährt über den Wasserweg von Lingen nach Rheine. Die mehr als 40 Kilometer lange Strecke führte das römische Schiff vom 9. bis
11. Juli über Hanekenfähr, Emsbüren und Salzbergen.

Am Wochenende war Rheine dann fest in der Hand von Römern und Germanen: Zwei Römer- und Germanenlager beiderseits der Ems erwarteten den Besucher ebenso wie die "Victoria", die im Herzen der Stadt ihre Runden auf dem Wasser drehte und zum Mitfahren einlud. An der Emstribüne gab es umfangreiche Informationen zum Bau des Römerschiffs sowie zum Ausstellungsprojekt "IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS. 2000 Jahre Varusschlacht", im Rahmen dessen die "Victoria" gebaut wurde.

2009 thematisieren drei Ausstellungen an drei Originalschauplätzen in Haltern am See (IMPERIUM), Kalkriese (KONFLIKT) und Detmold (MYTHOS) das auch als "Schlacht im Teutoburger Wald" bekannte historische Ereignis des Jahres 9. n. Chr. Mit Exponaten von Weltgeltung werden die Varusschlacht und deren Folgen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und erneut ins Zentrum des europäischen Bewusstseins gerückt. Getragen wird das Ausstellungsprojekt durch eine überregionale Kooperation zwischen dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH - Museum und Park Kalkriese - sowie dem Landesverband Lippe und Kreis Lippe.

Die Ausstellung "IMPERIUM" in der Seestadthalle im westfälischen Haltern am See thematisiert das römische Reich auf dem Höhepunkt seiner Macht. "Wir wollen Kunst und Kultur, Krieg, Frieden und Propaganda zur Zeit des Augustus nachzeichnen", so der Leiter des LWL-Römermuseums Dr. Rudolf Aßkamp. Parallel dazu werden Stationen aus dem Leben des namensgebenden Verlierers - Publius Quinctilius Varus - zu sehen sein.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse aus mehr als zwei Jahrzehnten Forschung zu dem historischen Ereignis präsentiert die Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH - Museum und Park Kalkriese - ("KONFLIKT"). Geschäftsführer Dr. Joseph Rottmann: "Im Mittelpunkt stehen aktuelle Erkenntnisse der Archäologie sowie der begleitenden Wissenschaften." Das Thema wird im niedersächsischen Kalkriese auch umfassend aus Sicht der germanischen Völker dargestellt.

Das Lippische Landesmuseum Detmold widmet sich in seiner Ausstellung dem Mythos um Arminius, die Germanen und die Varusschlacht. "Wir werden einen Blick auf die damaligen zeitgenössischen Kulturen der Germanen werfen und zeigen, wie aus dem historischen Ereignis der Varusschlacht und ihren Protagonisten ein Mythos wurde, der in den letzten fünfhundert Jahren entscheidend die deutsche und europäische Geschichte geprägt hat," so Dr. Elke Treude, stellvertretende Museumsleiterin und Kuratorin der Ausstellung "MYTHOS".

Seit Ende Mai ist "Victoria" auf deutschen Flüssen unterwegs
Seit Ende Mai ist "Victoria" auf deutschen Flüssen unterwegs. (Foto: Huppertz/Imperium Konflikt Mythos)

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