Geschichte der Nordeifel zum Anfassen

Geschichte zum Anfassen erlebten 3.000 große und kleine Archäologiefans bei der vierten Archäologietour Nordeifel. An sieben Stationen präsentierten Archäologinnen und Geologen des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) bei schönstem Spätsommerwetter ausgewählte Fundplätze und historische Orte in der Nordeifel, die einen Querschnitt durch das Betätigungsfeld der Bodendenkmalpflege dieser Region zeigten.

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Viele interessierte Gäste kamen zur diesjährigen Archäologietour Nordeifel. (Foto: M. Thuns / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland)
Viele interessierte Gäste kamen zur diesjährigen Archäologietour Nordeifel. (Foto: M. Thuns / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland)

Im Mittelpunkt standen an jeder Station die lebendig vorgetragenen und anschaulichen Erläuterungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschafter. So konnte man sich im Dahlem-Kronenburger Kalksteinbruch auf Fossiliensuche begeben und diese anschließend mit Hilfe der Fachleute bestimmen. Im nahe gelegenen historischen Kalkwerk erläuterte Walter Brandenburg, der Besitzer dieses Industriedenkmals, die Arbeitsschritte bei der Branntkalkherstellung. Die Römerzeit stand gleich an drei Archäologietour-Stationen auf dem Programm. Besonders viele Besucherinnen und Besucher lockte die spektakuläre Ausgrabung der Universität Köln innerhalb der neu entdeckten römischen Straßensiedlung (vicus) im Süden von Nettersheim. Aber auch die geplanten Gestaltungsmaßnahmen im Areal der schon seit langem bekannten Römervilla von Blankenheim stießen auf großes Interesse bei den Archäologietour-Teilnehmerinnen und Teilnehmern. In die Zeit des Mittelalters und der frühen Neuzeit führte der Besuch der Wildenburg bei Hellenthal. Die Historikerin Rita Voltmer berichtete aus der Zeit der Hexenverfolgungen im 17. Jahrhundert und zog damit die Gäste besonders in ihren Bann. Am ehemaligen Eisenhütten-Standort im nahe gelegenen Schleiden-Oberhausen wurden die Besucherinnen und Besucher mit dem einst für die Eifel so wichtigen Wirtschaftszweig der Eisenverhüttung und –verarbeitung vertraut gemacht. Eine kleine, aber feine Ausstellung zu eisernen Ofenplatten der Nordeifel rundete hier das Programm ab. An allen Stationen gab es ein attraktives Rahmenprogramm, gastronomische Angebote sowie spezielle Programmpunkte für Kinder.

„Archäologie begeistert Groß und Klein – auch weil Geschichte sehr anschaulich vermittelt werden kann. So gibt es mittlerweile schon echte Archäologietour Nordeifel-Fans gibt, die sich jetzt schon auf das nächste Jahr freuen", so Projektleiterin Ulrike Müssemeier, vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland. Im Herbst 2011 lädt der LVR dann gemeinsam mit sieben Eifelgemeinden zur fünften Tour ein.

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