Felsbilder im Latmos durch Steinbrüche bedroht

Der Abbau von Feldspat bedroht eine in Anatolien und der Ägäis einzigartige Natur- und Kulturlandschaft. Der Latmos ist ein Freilichtmuseum, das archäologisch einen Zeitraum von fast 8.000 Jahren abdeckt. Gleichzeitig ist das Gebirge mit seinen typischen Verwitterungsformen aber auch ein Geopark, wie er auf der Erde nur selten vorkommt. Mit einer Petition soll nun die weitere Zerstörung des Gebietes verhindert werden.

Nachrichten durchblättern

Aus archäologischer Sicht geht es bei diesem Aufruf darum, die Zerstörung der Gebirgs- und Kulturlandschaft, die in den letzten Jahren vor allem durch die Entdeckung von prähistorischen Felsbildern in den Blickpunkt der Forschung gerückt ist, aufzuhalten. Diese Malereien (www.latmos-felsbilder.de) stellen eine neue Felsbildprovinz dar, für die es im gesamten Mittelmeerraum und dem Vorderen Orient nichts Vergleichbares gibt.

Laut Dr. Anneliese Peschlow, einer der Initiatorinnen der Petition und langjährigen Leiterin des Latmosprojektes beim DAI, erfordert es keinen großen finanziellen Aufwand, diese Landschaft touristisch zu erschließen. Auch die Bevölkerung würde wirtschaftlich davon profitieren. Ihr Lebensraum und ihre Lebensgrundlagen seien durch den Steinbruch und die damit verbundene Abholzung der Pinienwälder (Gewinnung von Pinienkernen, Bienenzucht) ebenfalls stark beeinträchtigt. Auch würde ihre Gesundheit durch den feinen, vom Wind aufgewirbelten Staub aus den Steinbrüchen erheblich geschädigt.

Alle bisher erfolgten Bemühungen zur Bewahrung dieses Kulturerbes wie Anträge zur Erklärung der Region als historischen Nationalpark oder zur Aufnahme in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der UNESCO seien bisher nicht umgesetzt worden, so Peschlow. Fernsehsendungen, Zeitungsberichte, Symposien und Demonstrationen hätten diese Zerstörung ebenso wenig aufhalten können. Feldspat könne auch in anderen Regionen der Türkei gewonnen werden, der Latmos sei jedoch aufgrund seiner Bedeutung als Weltkulturerbe der Menschheit einzigartig.

In Zusammenarbeit mit dem NABU wollen die Initiatoren über die Petition einen Stopp des Abbaus erreichen und bitten um Unterstützung.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben