Die Reformation als epochaler Einschnitt?

Zur guten Tradition im akademischen Leben der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) gehört die wissenschaftliche Disputation am Reformationstag. In Wittenberg geht es diesmal am 31. Oktober um das Thema "Die Reformation als epochaler Einschnitt?".

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Zehn Jahre vor dem 500-jährigen Reformationsjubiläum diskutieren darüber ab 15 Uhr renommierte Wissenschaftler von drei Universitäten. Zuvor zieht der Akademische Senat der MLU in Talaren zur Stiftung LEUCOREA. Als Gast begrüßen die Veranstalter die Generalbundesanwältin Monika Harms.

"Die Reformation als epochaler Einschnitt?" Ist das nicht eine rhetorische Frage? "Nein, die Einschätzung der Reformation ist in dieser Hinsicht durchaus nicht unumstritten", sagt Prof. Dr. Udo Sträter, Rektoratsbeauftragter für das Reformationsjubiläum 2017. "Es gibt zum Beispiel die Auffassung, dass der epochale Umbruch eigentlich bereits 100 Jahre früher stattgefunden hat, die Reformation also sozusagen von einer Woge getragen wurde. Andererseits gibt es viele Stimmen, die den Aufbruch in die Neuzeit erst im 18. Jahrhundert, im Zeitalter der Aufklärung, verorten."

Eine Diskussion darüber lohne sich also durchaus. "Die Frage ist nur, ob der Schatten von 2017 nicht zu groß ist, um diese Frage zehn Jahre vor dem Jubiläum zu beleuchten", so Sträter. "Ich glaube nicht." Der hallesche Professor freut sich daher auf die Wittenberger Disputation, die er moderieren wird. Es diskutieren am 31. Oktober in der Stiftung LEUCOREA folgende Theologen und Historiker: Prof. Dr. Heinz Schilling (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Dr. Dorothea Wendebourg (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Dr. Dr. Johannes Schilling (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Prof. Dr. Michael G. Müller (MLU) und Prof. Dr. Klaus Tanner (MLU).

Die Disputation findet im Rahmen einer Festsitzung des Akademischen Senats der MLU statt.

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