DFG fördert weitere Forschungen in Lusitanien

Wer nach Portugal fährt, der will ans Meer. So hielten es schon die alten Römer vor 2 000 Jahren. Sie siedelten gern an der Küste der römischen Provinz Lusitania an. Ruinen reich ausgestatteter Villen belegen das. Doch auch im bislang kaum erforschten Hinterland lassen sich Spuren römischer Besiedlung nachweisen.

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Archäologen der Universität Jena graben im Süden Portugals eine römische Villa aus dem 1. bis 5. Jahrhundert n. Chr. aus. (Foto: Dennis Graen)
Archäologen der Universität Jena graben im Süden Portugals eine römische Villa aus dem 1. bis 5. Jahrhundert n. Chr. aus. (Foto: Dennis Graen)

Ein nun von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligtes Forschungsprojekt von Archäologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena beweist dies. Für die nächsten drei Jahre erhalten die Jenaer Archäologen für Ihre Forschungen etwa 250.000 Euro.

„Wir unterhalten schon seit 2009 zwei Grabungen im Süden Portugals, in der Nähe der Städte Silves und Loulé", erklärt Dr. Dennis Graen, der gemeinsam mit der Lehrstuhlinhaberin für Klassische Archäologie an der Universität Jena Prof. Dr. Angelika Geyer das Projekt leitet. „Mit der Förderung können wir unsere Forschungen nun intensivieren und ausweiten." Die Jenaer Archäologen wollen vor allem wissen, wovon die Bewohner des Hinterlandes lebten. Die Analyse zahlreicher Knochenfunde aus der letzten Grabungskampagne etwa deutet auf Schaf- und Ziegenzucht hin. „Wir vermuten außerdem, dass hier Ackerbau betrieben wurde, denn der Boden ist sehr fruchtbar", sagt Dennis Graen, der sich schon seit einigen Jahren mit Portugal im Altertum beschäftigt. Die Bewohner könnten z. B. Olivenöl und Wein für den Export produziert haben. Schlecht verdient haben sie bei ihren Geschäften jedenfalls nicht. Im vergangenen Jahr legten die Jenaer Archäologen Teile einer Villa frei, in der u. a. wohl eine Thermenanlage inkl. Fußbodenheizung und Mosaikfußböden existierte. Luxus war also auch im Hinterland nicht fremd.

Neben der Forschung profitiert auch die Lehre vom neuen DFG-Projekt. „Eine solche Unternehmung steigert natürlich die Attraktivität unseres Fachgebietes in Jena", erklärt Prof. Dr. Angelika Geyer. „Für viele Studenten bietet sich die hervorragende Möglichkeit, bei den Kampagnen während der vorlesungsfreien Zeit selbst praktische Grabungserfahrung zu sammeln." Außerdem könnten die Ergebnisse innerhalb von Lehrveranstaltungen ausgewertet werden.

Das Forscherteam würde sich zudem darüber freuen, die Kontakte zu den Kollegen an der Algarve-Universität in Faro ausbauen zu können. „Wir haben insgesamt bisher sehr positive Erfahrungen in Portugal gemacht", berichtet Grabungsleiter Graen. „Die Anwohner und Behörden stehen unserer Arbeit sehr aufgeschlossen gegenüber und natürlich ist es ein wunderschönes Land, in dem es viel zu entdecken gibt – nicht nur für Archäologen." Und nach harter Arbeit erholen sich die Jenaer an freien Tagen – wie schon die alten Römer – auch gern mal am Meer.

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