Deutsch-tunesische Zusammenarbeit im Bereich der Archäologie

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) unterstützt die neue Langzeitdozentur für Klassische Archäologie an der Universität Tunis und fördert die Ausbildung von Studierenden auf Grabungsprojekten in Tunesien.

Nachrichten durchblättern
Vertragsunterzeichnung
Ortwin Dally, Jamil Chaker und S.E. Andreas Reinicke (v.l.) bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: Carolina Zamfirescu © DAI

Der Leitende Direktor der Abteilung Rom des DAI, Prof. Dr. Ortwin Dally, und der Präsident der Universität Tunis, Prof. Dr. Habib Sidhom, haben am Montag, den 21.01.2019, in Tunis eine Kooperationsvereinbarung zwischen ihren beiden Institutionen unterzeichnet. Inhalt der Vereinbarung ist die Unterstützung der universitären Lehre in den Altertumswissenschaften und benachbarten Fachgebieten sowie die Ausbildung von Studierenden auf Grabungsprojekten durch das DAI Rom, insbesondere in Tunesien. Damit unterstützt das DAI Rom die an der Universität Tunis neu eingerichtete, vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) ermöglichte Langzeitdozentur für Klassische Archäologie.

Diese konnte in enger Zusammenarbeit mit dem DAI Rom an der Faculté des Sciences Humaines et Sociales de Tunis eingerichtet werden. Die Dozentur soll der Lehre der Klassischen Archäologie unter Berücksichtigung kunstgeschichtlicher und restauratorischer Aspekte dienen und damit eine bedeutende Lücke im Lehrangebot an der Universität Tunis füllen.

Die Faculté, aufgrund ihrer Adresse am Boulevard du 9 Avril 1938 in Tunis auch vielfach einfach als »9 avril« bezeichnet, wurde 1958 gegründet und baut auf dem Erbe der kolonialzeitlichen »École des Hautes Études« auf. Sie gehört zur Universität Tunis und stellt eine der bedeutendsten Einrichtungen im tunesischen Hochschulwesen dar. Sie ist spezialisiert auf Sprach-, Geschichts- und Sozialwissenschaften.

Neben der Unterzeichnung des Koorperationsabkommens stand die Antrittsvorlesung des neuen DAAD-Langzeitdozenten in Klassischer Archäologie, Dr. Arne Thomsen, der seit September sein neues Amt bekleidet, im Zentrum der akademischen Feierstunde. Thema des Vortrags war die »Ara Gentis Augustae«, ein Kaiserkultaltar mit eindrucksvollem Bildschmuck aus der frühen römischen Kaiserzeit, der in Karthago gefunden wurde und heute im Bardo-Museum in Tunis ausgestellt ist. Dr. Arne Thomsen studierte Klassische Archäologie, Geschichte und Philosophie in Berlin, Freiburg und Paris und ist insbesondere auf griechische Vasenmalerei, griechische Votiv-Terrakotten und römische Skulptur spezialisiert. Zuletzt war er an der Universität des Saarlandes beschäftigt, wo er an einem Projekt zu den römischen Schlachtsarkophagen gearbeitet hat. In Tunis wird sein Schwerpunkt in der Lehre auf antiker Kunst- und Kulturgeschichte, vor allem von Skulpturen, liegen. Unter Einbindung von Studierenden und in Zusammenarbeit mit bestehenden Projekten insbesondere des DAI wird er sich zudem der kunsthistorischen und konservatorischen Erschließung von tunesischen Skulpturenfunden widmen.

Bei dem Festakt zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) und der Universität Tunis sprachen der Dekan der Faculté des Sciences Humaines et Sociales de Tunis,  Prof. Dr. Jamil Chaker, der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Tunesien, S. E. Dr. Andreas Reinicke, die Leiterin des Bereichs Überregionale Stipendienprogramme des DAAD, Beate Schindler-Kovats, und der Leitender Direktor der Abteilung Rom des DAI, Prof. Dr. Ortwin Dally.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben