Deutsche Archäologen in Kabul

 

Erstmals seit mehr als zwanzig Jahren arbeiten deutsche Archäologen wieder in Afghanistan. Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Instituts erforschten den Bagh-e Babur in Kabul, eine Parkanlage der frühen Moghulzeit aus dem 16. Jahrhundert, und entdeckten dort das alte Bewässerungssystem.

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Die Forschungen standen im Zusammenhang mit der Rekonstruktion dieser während der Kriegshandlungen stark zerstörten Parkanlage Kabuls, die gegenwärtig mit Mitteln des Auswaertigen Amts (in 2002: 500.000,-€) in Zusammenarbeit mit ICOMOS, dem Aga Khan Trust for Culture und der UNESCO durchgeführt wird.

Parallel mit den Ausgrabungen wurde ein Trainingsprogramm für afghanische Studenten und Wissenschaftler durchgeführt, um diese mit neuen Methoden archäologischer Feldforschung und elektronischer Vermessung vertraut zu machen.

Die Übergabe von technischem Gerät an die archäologischen Institute des Ministeriums für Information und Kultur, der Akademie der Wissenschaften und der Universität Kabul bildete einen weiteren Bestandteil der Mission, die vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, Referate 604 und 607, finanziert wurde. Ein deutsch-afghanisches Austauschprogramm ist für die Zukunft geplant.

 

Quelle: DAI

Kommentare (12)

  • Michael Krumrei
    Michael Krumrei
    am 16.09.2002
    Diese treiste und arrogante Dummheit sollte jetzt aber auch dem (denkendem) Archäologen auffallen...

    In der BRD ist man finanziell scheinbar nicht in der Lage, akut gefährdete Denkmäler zu erforschen und zu erhalten, aber in Afgahnistan ist dies scheinbar mühelos möglich???

    Wie lange wollen Die uns eigentlich noch verarschen???

    Bei diesem Bewässerungssystem gäbe es Arbeit genug:
    Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.lehrgrube.tu-freiberg.de/lg_fachinfo/flut2002/vortrag_kugler_weyer_20020904.pdf

    Ach nein... wenn ich mir's so recht überlege... Man sollte eher unsere Denkmäler vor solchen Archäologen schützen!

    Also bitte liebe Arschos: Geht nach Afgahnistan oder sonstwohin, hauptsache weit weg. Am besten auf den Mars!
    Dort könnt Ihr wenigstens keinen größeren Schaden anrichten

    Erbost, frustriert und wirklich sauer

    Michael Krumrei
    Gottlieb-Daimlerstr. 7
    71334 Waiblingen
  • A.W.
    A.W.
    am 16.09.2002
    Da haste wahr.
    Aber stell Dir mal vor die finden auf dem Mars die Marsgesichter (auch wenn neuste Fotos wat andres sagen)und kraxeln da drauf rumm!
    Naja andererseits wenn das Ding den Mund aufmacht sind die alle wech. :-))
  • Bösewicht
    Bösewicht
    am 16.09.2002
    Da hast du vollkommen Recht, demnächst finanzieren wir noch Apfelbäumchen in der Antarktis, warum nicht.
  • Tobias Paukert
    Tobias Paukert
    am 16.09.2002
    Nun ich finde diese Einstellung sehr engstirnig. Deutschland ist nicht der Mittelpunkt der Welt und wenn du Interesse an der Archäologie hättest würdest du verstehen das jeder Befund geschützt werden muss egal ob in unserem Land oder wo anders auf der Welt.
    Solche Aktionen haben den Sinn in dem Land wo die archäologischen Befunde und Funde von dem vorherigen Regime systematisch zerstört wurden wieder die Möglichkeit zu schaffen das was noch übrig ist zu retten und der Menschheit zur Verfügung zu stellen. Es gibt die Möglichkeit das die Afgahnen in Zukunft selber wieder ihre eigene Vergangenheit zu entdecken.
    Die Möglichkeit selber wieder die Forschung auf eigenen Beinen fortzuführen.
    Ich finde es wichtiger auch anderen Ländern zu ermöglichen ihre Geschichte und die Geschichte der Menschheit zu entdecken bevor diese ganz verschwinden als nur auf uns zu schauen. Wie wollen wir die globalen Zusammenhänge verstehen wenn wir uns nur für uns interessieren.
    Auch ich findes es Schade das durch die Flut vieles zerstört wurde

    Dann möchte ich noch kurz anmerken:
    Die Gelder für die Freiberger Befunde kommen aus Landesmitteln bzw müssen aus diesen gestellt werden. Da dieser Bereich (Denkmalpflege) Ländersache ist.
    Wenn man nochmal zum original Artikel schaut ließt man:
    Auswaertigen Amts (in 2002: 500.000,-€) in Zusammenarbeit mit ICOMOS, dem Aga Khan Trust for Culture und der UNESCO.
    Nur das Auswärtige Amt ist eine Deutsche Institution und wird aus Bundesmitteln finaziert.
    Wenn sie Meinung sind das in Saschen zuwenig für die Denkmalpflege ausgegeben wird sollte sich sich mal an ihre Politker wenden und nicht an die Archäologen, die noch nicht mal in Sachsen eine 100% Ausbildung an den Universitäten bekommen.

    Tobias Paukert
    ehemaliger Student der Archäometrie (an der TU Freiberg)
  • Michael Krumrei
    Michael Krumrei
    am 16.09.2002
    In Zeiten voller Staatskassen ist es durchaus sinnvoll und legitim, andere Staaten bei solchen Projekten zu unterstützen. Keine Frage!

    Wenn's aber im eigenen Land bedrohlich eng wird, so haben die Politiker und die Beamten zuerst mal eine Fürsorgepflicht für die eigene Bevölkerung und deren Belange. Eine andere Hadlungsweise ist dem Normalbürger nur schwer zu vermitteln und lässt den Verdacht aufkommen, daß man sich mit solchen Projekten nur profilieren will.

    Du schreibst ja selbst:
    "...die noch nicht mal in Sachsen eine 100% Ausbildung an den Universitäten bekommen."
    Eben! Das könnte ja durchaus an der falschen Geldmittelverteilung liegen!!!

    Selbstverständlich haben die Archäologen nur mittelbaren Einfluss auf die Geldverteilung, aber sie sind durchaus in den entsprechenden Fachgremien vertreten, die die Entscheidungsgrundlagen vorbereiten.

    Und hier noch eine pers. politische Anmerkung:
    Es ist wenig sinnvoll, in einem kriegs- und kriesengeplagtem Land, in dem man nie weiß wann die nächsten Bomben fallen, ein solches Projekt durchzuführen.
    Hier wäre ein Wiederaufbau der Infrastruktur und geordneten Verhältnissen sinnvoller.
    Die Bevölkerung hat dort wirklich andere Probleme, als ein zerbombtes Denkmal zu restaurieren :-(((

    Summa: Eie gute Ausbildung ausländischer Archäologen in den hiesigen Universitäten wäre wohl für beide Seite von Nutzen und das Geld auch sinnvoll angelegt. Das o.g. Projekt hinterlässt bei mir einfach nur einen schalen Beigeschmack von Angeberei und Überheblichkeit.

    Ist aber nur meine persönliche Meinung und wird wohl die Kritik einiger Herren auf sich ziehen...

    Trotzdem:

    mit freundlichem Glück Auf

    Micha2 Krumrei






  • Svega
    Svega
    am 18.09.2002
    Nicht selten eröffnet sich einem nach dem man sich genau Gedanken gemacht hat und auch gründlich Recherche betrieben worden ist die Erkenntnis, daß die eigene Auffassung der Dinge doch als recht relativ zu den tatsächlichen Umständen betrachtet werden muss.
    In der Einfachheit ohne das nötige Hintergrundwissen „alles Mist" und „man nimmt uns alles weg" in den Raum zu rufen ist auch wenn auf Anhieb diese Gedanken plausibel klingen und leider auch populär sind, ohne die genaue Kenntnis der Lage in der sich Afgahnistan befindet und auch dem Wissen um weltliche Zusammenhänge zwischen Bildung, Politik, einer eigenen kulturelle Identität und Vergangenheit usw. usw. bloße Polemik.

    Ich bin sehr wohl auch der Meinung das schnelle, kurzfristige Hilfen in Afgahnistan dringen nötig sind und ich denke/hoffe daß diese dort auch eine Umsetzung findet.
    Allerdings sind langfristige Unterstützungen mit Blick auf die Zukunft dieser Region nicht weniger wichtig (auch für uns)! Die mit Blick auf den Deutschen Geldbeutel kritisierte Investition gehört zu den langfristigen mit Weitsicht, was eigentlich jedem nach einer genauen Erörterung der Thematik unter den oben genannten Voraussetzungen auch klar würde.

    Ohne das hierzu nötige Hintergrundwissen, bzw. Argumente die deutlich lesbar darauf Bezug nehmen, klingt solche beschämenden Kritiken für mich latent fremdenfeindlich und erinnert an Stammtisch-Polemik des rechten politischen Flügels hier in Deutschland!

    Gruß,

    Sandro
  • Michael Krumrei
    Michael Krumrei
    am 18.09.2002
    "Ohne das hierzu nötige Hintergrundwissen, bzw. Argumente die deutlich lesbar darauf Bezug nehmen, klingt solche beschämenden Kritiken für mich latent fremdenfeindlich und erinnert an Stammtisch-Polemik des rechten politischen Flügels hier in Deutschland!"

    Jaja, und wenn man selbst keine vernünftigen Argumente vorbringen kann, stellt man den "Gegner" halt in eine politische Ecke!!!

    Lies mal meine Beiträge durch... wo schreib ich, daß uns alle was wegnehmen wollen??? Ich habe mich über die Arroganz, Fürsorgepflicht und "Selbstherrlichkeit der Arschos" ausgelassen...

    Nicht mehr und nicht weniger!

    Aber selbstverständlich sind wir ja alle blöd. Nur die Archozunft hat die Weißheit mit Löffeln gefressen :-(((

    Und Du würdest staunen wo ich politisch stehe :-)))







  • Michael Krumrei
    Michael Krumrei
    am 18.09.2002
    An den Admin dieser Seite:
    Sorry! Meine Schuld :-(((
    Ich wollte keine politische Diskussion. Ein Streitgespräch mit den zuständigen Herren war ja durchaus erwünscht, aber nicht auf dieser Basis.

    Da ich hier meine eigene Beiträge nicht löschen kann:
    Bitte mach das mal für mich.

    Danke!!!






  • Svega
    Svega
    am 18.09.2002
    Hallo Michael,

    ich habe Deine Nachrichten sehr wohl durchgelesen.
    Bin aber der Meinung, daß man eine solche Investition nicht einfach als Schwachsinn abtun kann.
    Ich gebe Dir allerdings in sofern recht, daß der gegenwärtige Zeitpunkt für eine solche Finanzspritze äußerst unüberlegt und mit Zynismus behaftet ist.

    Was Deine Eröffnung dieser Diskussion betrifft bin ich der Meinung, daß Du Dich aber auch nicht wundern solltest eine „aggressive" Antwort zu erhalten, wenn Du Archäologen als „Arschos" bezeichnest und auf den Mars geschossen wünschst. ;)

    Nichts für Ungut,

    Sandro
  • Michael Krumrei
    Michael Krumrei
    am 18.09.2002
    Glück Auf Sandro,
    selbstverständlich war aufgrund meines provokanten Beitrags mit scharfen Gegenreaktionen zu rechnen. Das war auch so gewollt.
    Auch kann man mich im Verlauf einer hitzigen Diskussion als Dummbeutel oder Ignorant etc. bezeichnen. Das ist alles durchaus legitim. Aber auf politische Unterstellungen sollte man verzichten, da es dann erfahrungsgemäß wirklich zur Schlammschlacht ausartet.

    Ich denke, das war von Dir auch nicht so gemeint.

    "Ich gebe Dir allerdings in sofern recht, daß der gegenwärtige Zeitpunkt für eine solche Finanzspritze äußerst unüberlegt und mit Zynismus behaftet ist."
    Letztendlich liegen unsere Meinungen scheinbar gar nicht so weit auseinander :-)))

    In diesem Sinne

    GUT STREIT
  • Michael Krumrei
    Michael Krumrei
    am 21.09.2002
    Auch auf die Gefahr hin, daß ich mich restlos unbeliebt mache:

    Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.uni-bamberg.de/~ba5am1/artikel/arclogik.htm

    Michael Krumrei
    Gottlieb-Daimlerstr. 7
    71334 Waiblingen
  • Svega
    Svega
    am 23.09.2002
    Und, was willst Du damit sagen?

    Viele Grüße,

    Sandro

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