Das Kardinalkollegium im Mittelalter

"Glieder des Papstleibes oder Nachfolger der Apostel?" So lautet das wissenschaftliche Netzwerk, das die Forschung über die Kardinäle - die höchsten katholischen Würdenträger nach dem Papst - des Mittelalters voranbringen soll.

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Das Projekt wird über drei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Da zeitübergreifende und vergleichende Studien fehlen, lässt der derzeitige Forschungsstand tragfähige Aussagen über die Bedeutung des Kardinalkollegiums nicht zu. Das wissenschaftliche Netzwerk soll deshalb international den Austausch von jungen und etablierten Forschern zum mittelalterlichen Kardinalat stärken.

Im 11. Jahrhundert erlangten Teile des altrömischen Klerus an der Seite des sich erneuerenden Papsttums weit über Rom hinaus Macht und Bedeutung. Seither standen sie als Kardinäle dem Papst beratend zur Seite und unterstützten ihn bei der Leitung der Kirche. Außerhalb Roms wirkten sie als Repräsentanten. Die Kardinäle, die sich mehr und mehr als Kollegium verstanden, entwickelten Ansprüche auf Teilhabe an der päpstlichen Herrschaft. Sie leiteten diese ab von ihrem Recht der Papstwahl und von Formen einvernehmlicher Entscheidung. So erschien die Monarchie des Papstes mitunter als Oligarchie der Kardinäle.

Trotz der zentralen Stellung des Kardinalkollegs in der Geschichte des Papsttums und der Kirche lässt sich beim derzeitigen Forschungsstand die Bedeutung dieser Institution in den ersten Jahrhunderten seines Bestehens nur erahnen. Erstes Ergebnis des bewilligten Projektes wird ein Sammelband sein, der den Forschungsstand bilanziert und Wege künftiger Forschung aufzeigt. Auf dieser Grundlage erarbeiten die Wissenschaftler neue Forschungsfragen, deren Ergebnisse einer großen internationalen Forschergemeinde präsentiert werden.

Kommentare (3)

  • Peter Hansen
    Peter Hansen
    am 02.11.2006
    Leider ist der Papst nur eine
    Marionette!.
    Die Kardinäle sind die Strippenzieher!.
  • Annelis Dällenbach
    Annelis Dällenbach
    am 06.11.2006
    Jesus hat keinen Papst und keine Kardinäle berufen. Zu Petrus hingegen sagte Jesus, Petrus du bist der Fels und auf diesem Felsen (Glauben) will ich meine Kirche bauen.Jeder Mensch der starken Glaubens an Gott und Jesus-Christus ist.Ist Mit-Arbeiter an der Kirche Jesus. Hingegen der Papst mit seinen Kardinälen (Machterhaltern des Papstes)sind gewiss keine Kirchenbauer.
  • Manfred Gruffke
    Manfred Gruffke
    am 14.11.2006
    Der Papst sollte mehr den Glauben verkünden und mehr vom Kirchenschatz an die Ärmsten in der Welt geben.

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