Eine Reise zu den Wurzeln des Buddhismus

Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum und der Mokpo University (Südkorea) haben den ältesten Kommentartext des koreanischen Buddhismus identifiziert. Die Entdeckung von Prof. Choe Yeonshik (Department of History, Mokpo University) und Juniorprofessor Dr. Jörg Plassen (Fakultät für Ostasienwissenschaften der RUB) basiert auf einem vagen Verdacht des japanischen Wissenschaftlers Itô Takatoshi.

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Eine Seite aus dem buddhistischen Kommentartext in der modernen Standardausgabe
Eine Seite aus dem buddhistischen Kommentartext in der modernen Standardausgabe

Der Text, dessen Entstehung auf etwa 600 nach Christus datiert, ist ein grundlegendes Kommentarwerk der buddhistischen Tradition "San-lun" (auch Samnon bzw. Sanron) in China, Korea und Japan und hatte bereits einen hohen Stellenwert, um den chinesischen Buddhismus zu erforschen. Die tatsächliche Herkunft des Dokuments war allerdings lange unklar: "Im Laufe der Zeit fanden sich jedoch eine Reihe von Indizien, die eindeutig gegen eine Entstehung in China sprachen, und weitere, die auf einen Ursprung in Paekche hindeuteten", so Plassen. Das Königreich Paekche (auch Baekje) beherrschte während der "Zeit der drei Königreiche" bis zur Mitte des 7. Jahrhundert n. Chr. zusammen mit den Reichen Silla und Koguryô die Halbinsel Korea. Gewissheit hatten die Forscher, als sich herausstellte, das der Name eines im Text erwähnten Tempels einer Tempelanlage entspricht, die unlängst im heutigen Neungsan-ri, Buyeo (auf dem Gebiet der Hauptstadt Sabi des antiken Reiches Paekche) ausgegraben wurde.

Durch die Identifizierung der Textherkunft eröffnen sich nun für die Wissenschaft neue Perspektiven: "Die Entstehung des Textes belegt einmal mehr die herausragende Rolle koreanischer Mönche innerhalb der buddhistischen Tradition Ostasiens.", sagt Dr. Plassen. Das Werk gebe einen genaueren Einblick in die Gedankenwelt einer der zentralen buddhistischen Lehrrichtungen in Paekche, deren Vertreter zudem eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Buddhismus in Japan ausübten. Bisher konnten Forscher dabei nur auf wenige Fragmente religiöser Texte sowie auf archäologische und kunstgeschichtliche Zeugnisse zurückgreifen.

"Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass der Text auch großen Einfluss auf den Buddhismus in Silla hatte", sagt Plassen. So belegten diverse Passagen, dass der Text eine Grundlage für die Hermeneutik und Exegesetechniken des großen Silla-Exegeten Wônhyo (617-686) war. Über den Autor ist indes nur wenig bekannt: Hye'gyun bzw. Hye'gyun Sûngjông (in etwa: "Mönchs-Superintendent" Hye'gyun) war ein Schüler von Fa-lang (507-581) und Mitschüler des berühmten chinesischen Mönchs Chi-tsang (549-623). Obwohl der Text in der japanischen Tradition ausgiebig zitiert wird und der Verfasser ein hochrangiger Mönch war, findet sich weder in den einschlägigen chinesischen noch in japanischen Schriftwerken eine Biographie des Verfassers.


Kommentare (1)

  • Fabian Schüttler
    Fabian Schüttler
    am 06.03.2013
    Wenn ich es nur lesen könnte :( das sieht aus als hätten es meine Enten geschrieben

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