DAI verstärkt Wissenschafts- und Bildungskooperation mit Ägypten

Im vergangenen Jahr schlossen Ägypten und die Bundesrepublik Deutschland eine Transformationspartnerschaft, um den demokratischen Umbruchprozess und die Stärkung der Zivilgesellschaft in Ägypten und in der Region zu fördern. Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) hat nun einige der archäologischen Projekte vorgestellt.

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Stipendiaten des DAI Kairo vor dem Berliner Dom (Foto: DAI)
Stipendiaten des DAI Kairo vor dem Berliner Dom (Foto: DAI)

Im Rahmen dieser Transformationspartnerschaft organisiert die Abteilung Kairo des DAI Projekte der Wissenschafts- und Bildungskooperation in drei Linien: Personenförderung, Disziplinenförderung und Förderung von Kulturerbe-Management und Öffentlichkeitsarbeit.

Durch die Personenförderung werden ägyptische Nachwuchsforscherinnen und -forscher der archäologischen, konservatorischen und historischen Wissenschaften unterstützt, akademische Kontakte nach Deutschland und in das europäische Wissenschaftssystem zu knüpfen, sowie intellektuelle Unabhängigkeit und die Möglichkeit zu selbstbestimmter Arbeit zu gewinnen. 2012 gingen 19 Stipendiaten nach Deutschland.

Die Maßnahmen der Disziplinenförderung beziehen sich auf Schlüsseldisziplinen des archäologisch-historischen Zugangs zur Geschichte Ägyptens, um einer neuen Generation von Forschern einen autonomen, methodisch gegründeten und unideologischen Zugang zu den Quellen der eigenen Vergangenheit und den Grundlagen der eigenen historischen und kulturellen Identität zu eröffnen. In Kooperation mit dem DAAD wird an der Ain Shams Universität ein Fachlektorat Papyrologie eingerichtet.In Zusammenarbeit mit dem Inspektorat Aswan des Ministry of State for Antiquities baut das DAI Kairo ein Kompetenzzentrum ägyptische Epigraphik auf.

Durch die Förderung von Kulturerbe-Management und Öffentlichkeitsarbeit wird das zentrale Problemfeld der Sicherung, Erhaltung und Erschließung archäologischer Stätten und Museen in signifikanten Modellprojekten angegangen. Zudem werden Maßnahmen unterstützt werden, die lokale Bevölkerung in den Schutz der archäologischen Stätten zu integrieren und sachgerechte Information über Wesen und Wert der Zeugnisse des eigenen kulturellen Erbes zu verbreiten.

Das DAI setzt z.B. am Fundplatz Elephantine ein mehrteiliges Musterprojekt um, zu dem die Neugestaltung des Museums, die Verfassung eines Besucherhandbuchs für die Region, ein arabischsprachiger Newsletter "Aswaneyat" und archäologische Informationsblätter gehören. In Zusammenarbeit mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz (RGZM) und der Universität Tübingen wird ein Projekt am Ägyptischen Museum Kairo gestartet, um die Goldblech-auf-Leder-Objekte aus dem Grabschatz des Tutanchamun zu restaurieren und im neuen Grand Egyptian Museum erstmals auszustellen. Dazu wird ein Restaurationslabor im Museum eingerichtet und drei ägyptische RestauratorInnen werden im Labor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums weitergebildet. Zudem werden in Kooperation mit der Deutschen Evangelischen Oberschule Kairo fächerübergreifende Unterrichtseinheiten ausgearbeitet, in denen den Schülerinnen und Schülern Zugang zur ägyptischen Vergangenheit vermittelt wird. Die Unterrichtsmaterialien und das Informationsmaterial für Lehrende sollen im Unterricht getestet, übersetzt und anderen Schulen zur Verfügung gestellt werden.

 

Ausgrabungen vor dem Museum von Elephantine (Foto: DAI)
Ausgrabungen vor dem Museum von Elephantine (Foto: DAI)

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