Byzantinischer Gasthof in Assos entdeckt?

In der zurzeit noch laufenden zweiten Ausgrabungskampagne des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten und am Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) angesiedelten Projekts "Entwicklung der Stadt Assos in spätantiker und byzantinischer Zeit" wurden in der antiken Stadt Assos (Türkei) wieder sensationelle Ergebnisse erzielt. Durch die Einbettung in den "Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident" sind auch in diesem Jahr Studentinnen der Johannes-Gutenberg-Universität zusammen mit Studierenden der Universitäten Çanakkale und Cottbus an den Ausgrabungen beteiligt.

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Kapelle und angrenzende Räume eines großen Gebäudekomplexes in Assos
Kapelle und angrenzende Räume eines großen Gebäudekomplexes in Assos. (Foto: RGZM / B. Böhlendorf-Arslan)

Die Arbeiten am im letzten Jahr entdeckten "Bischofspalast" wurden mit den Ausgrabungen eines neuen Zugangs, einem langen Korridor im Norden der Anlage, der hinter die Apsis mündet, beendet. Möglicherweise gehört das kleine quadratische Apsidialgebäude, dessen Freilegung erst begonnen hat, zum selben Bauensemble wie der Palast und der daneben liegenden Kirche.

Ein neuer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr in der Freilegung eines ausgedehnten Gebäudekomplexes, von dem vor einigen Jahren eine Kapelle angeschnitten wurde. Das Gebäude befindet sich unmittelbar neben dem in frühbyzantinischer Zeit zu einer Pforte verkleinerten Westtor der antiken Stadtanlage. Die aus wiederverwendeten Steinen errichtete Kapelle erstreckt sich am Nordrand des Komplexes. Ein kleines Bleikreuz in der Apsis gehörte, wie auch der umgefallene Altar, zur sakralen Ausstattung. Direkt an die Kapelle war ein großer Raum angebaut, der wohl in der Art einer orientalischen Karawanserei teilweise mit einer Galerie versehen war. Diese war über eine massiv gebaute Steintreppe im Norden zu erreichen. Rückwärtig an den Raum waren zwei kleinere Zimmer angeschlossen, die vielleicht als Vorratskammer und Küche dienten. Daneben lag ein einst überkuppeltes Backhaus, das vom Hof aus bedient wurde. Eine Zisterne im Hof sicherte die Wasserversorgung des Komplexes. Die Aufteilung und bauliche Gestaltung der Räume sowie die Ausstattung mit teilweise hochwertigen Objekten spricht für eine gemeinschaftliche Nutzung des Areals als Xenodochium (Gasthaus), in dem die Gäste auch eine spirituelle Pause fanden. Die Ausgrabungen in diesem Gebiet werden momentan noch fortgeführt, es ist sicher mit weiteren Überraschungen zu rechnen.

Kommentare (1)

  • Ahmed Ahmed
    Ahmed Ahmed
    am 25.09.2015
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