Archäologen erfreut: Keine Funde bei Römervilla im Odenwald

Dass bei Ausgrabungen keinerlei römische oder sonstige antiken Befunde zum Vorschein kommen, ist für Archäologen normalerweise kein Grund zur Freude. Ganz anders bei den Sondagegrabungen im Vorfeld des Baus eines Informationszentrums für den römischen Gutshof Haselburg im Odenwald.

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Grabung Haselburg
Grabungstechniker Ralf Klausmann und Bezirksarchäologe Dr. Holger Göldner (in der Fläche) informieren über die archäologischen Untersuchungen in der »Haselburg«

Für die villa rustica »Haselburg« in Höchst im Odenwald soll ein Informationszentrum errichtet werden. Dafür müssen auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern Bodeneingriffe vorgenommen werden. Da im Umfeld einer Römervilla stets mit römischen Funden zu rechnen ist, musste der Baugrund vor Beginn der Arbeiten archäologisch untersucht werden, um eventuell vorhandene Befunde und Funde zu dokumentieren und zu sichern - ganz wie bei allen Bauvorhaben, in deren Bereich sich Bodendenkmäler befinden könnten.

Die Ausgrabungen zeigten aber, dass die betroffene Fläche völlig frei von archäologischen Befunden ist - einziger Fund war ein Golfball. Über dieses Ergebnis zeigten sich sowohl Vertreter der Tourismusförderung Odenwald als auch der hessischen Landesarchäologie sehr erfreut, denn nun kann ohne Verzögerungen mit dem Bau des neuen Informationszentrums begonnen werden. In den Neubau werden mehr als 220.000 Euro aus dem europäischen LEADER-Programm fließen, etwa den gleichen Betrag steuert die Region bei.

Die villa rustica »Haselburg« in Höchst ist mit seinen restaurierten Grundmauern der einzige oberirdisch sichtbare römische Gutshof in Hessen. Im neuen Informationszentrum werden sich die Besucher über die römische Geschichte des Ortes und der Region informieren können. Neben der Tourismusförderung hat für die Projektträger vor allem das pädagogische Konzept einen hohen Stellenwert. So soll der Ort nicht nur als Studienobjekt für Studenten der Geschichtswissenschaften und der Provinzialrömischen Archäologie dienen, sondern auch als außerschulischer Lernort, der das Thema »Römisches Leben in den Provinzen« anschaulich vor Augen führt. Angedacht ist außerdem die Veranstaltung von ein bis zwei großen Römertagen im Jahr und weiteren Aktionsveranstaltungen für Schüler und Touristen.

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