Gutenberg Research Award 2026 für Bissera Pentcheva

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zeichnet die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Bissera Pentcheva von der Stanford University, Kalifornien, mit dem Gutenberg Research Award 2026 aus. "Bissera Pentcheva zählt zu den international profiliertesten Vertreterinnen der byzantinischen und mittelalterlichen Kunstgeschichte und genießt eine herausragende wissenschaftliche Reputation. Ihre Arbeiten sind nicht nur in sich exzellent, sondern strahlen weit über die Grenzen ihres eigenen Fachgebiets hinaus", erklärt Prof. Dr. Mita Banerjee, die Direktorin des Gutenberg Forschungskolleg (GFK).

Bissera Pentcheva, Trägerin des Gutenberg Research Awards 2026
Bissera Pentcheva, Trägerin des Gutenberg Research Awards 2026. Foto: Lisa deNeffe photography

"Ihre Präsenz und ihre weitverzweigten akademischen Netzwerke können neue Impulse für interdisziplinäre Kooperationen der JGU setzen und deren internationale Reputation als Ort exzellenter geisteswissenschaftlicher Forschung steigern. Dabei lässt sich gut an die Arbeit des Wissenschaftscampus Byzanz anknüpfen, in dem die JGU seit mehr als zehn Jahren erfolgreich mit dem Leibniz-Zentrum für Archäologie, dem Leibniz-Institut für Europäische Geschichte und der Goethe-Universität Frankfurt kooperiert.“, führt Dr. Banerjee weiter aus.

Bissera Pentcheva erwarb 1995 ihren Bachelor in Kunstgeschichte am Dartmouth College, New Hampshire, und 1998 ihren Master an der Harvard University, Massachusetts. 2001 wurde sie an der Harvard University mit ihrer Dissertation zum Thema "Images and Icons of the Virgin and Their Public in Middle Byzantine Constantinople" promoviert. Diese Arbeit wurde mit dem John Nicholas Brown-Preis der Medieval Academy of America ausgezeichnet und avancierte zu einem Referenzwerk sowohl für den Marien- und Ikonenkult als auch für die byzantinische Kunst- und Kulturgeschichte. Seit 2003 ist Pentcheva Professorin an der Stanford University.

"Bissera Pentcheva gehört zu den international profiliertesten Vertreterinnen der byzantinischen und mittelalterlichen Kunstgeschichte mit Ausstrahlung in viele andere Bereiche wie Musikwissenschaft, Digital Humanities, Musikethnologie oder Architekturanalyse. Sie kooperiert aber auch mit weiter entfernten Gebieten wie Physik und Akustik und hat dadurch neue Perspektiven für die interdisziplinäre Zusammenarbeit eröffnet", heißt es in der Nominierung Pentchevas für den Gutenberg Research Award von Prof. Dr. Klaus Pietschmann (Abteilung Musikwissenschaft der JGU) und Prof. Dr. Vasiliki Tsamakda (Abteilung Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte der JGU). Besonders hervorzuheben sei Pentchevas bahnbrechender Beitrag zur Erforschung der akustischen Dimension sakraler Räume. In ihren jüngsten Veröffentlichungen sowie in von ihr geleiteten Projekten an der Stanford University widme sie sich dem Zusammenspiel von Architektur, Liturgie und Musik und dessen Auswirkungen auf die Sinne, insbesondere auf die optische und akustische Wahrnehmung. Mit ihren Studien zur Hagia Sophia und anderen Großkirchen der Spätantike und des Mittelalters habe sie einen transdisziplinären Paradigmenwechsel eingeleitet. In enger Zusammenarbeit mit Forschenden aus den Bereich Physik, Akustikingenieurwesen und Musikethnologie habe sie die historischen Klangumgebungen dieser Monumente rekonstruiert und es so vermocht, die komplexen Wechselwirkungen von Architektur, Licht, Bewegung und Gesang überzeugend analytisch zu erfassen.

Der Gutenberg Research Award ist der bedeutendste Forschungspreis der JGU. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird jährlich GFK, der zentralen Einrichtung zur Förderung der Spitzenforschung an der JGU, vergeben. Pentcheva wird den Preis am 18. Mai, auf der diesjährigen Jahresfeier des GFK, entgegennehmen.

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