Österreichische Archäologie bei der Biennale 2026 in Venedig

Aus einem »artist-in-archaeology« Programm an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) sind Kunstobjekte entstanden, die im Begleitprogramm der Art Biennale 2026 in Venedig gezeigt werden. Die Künstlerin Elham Hadian zeigt Werke aus der Reihe »Exposed Layers« zu den Ausgrabungen einer der ältesten Siedlungsplätze Europas in Svinjarička Čuka in Serbien, der von Barbara Horejs vom Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW ausgegraben wird.

Elham Hadia, Exposed Layers 2025
Bild © Elham Hadia, Exposed Layers 2025

Die neuen Erkenntnisse aus den Ausgrabungen in Svinjarička Čuka in Serbien haben zur Entwicklung neuer Modelle der Sesshaftigkeit in Südosteuropa geführt und werden seit 2018 durch ein österreichisch-serbisches Team unter der Leitung von Barbara Horejs vom Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) durchgeführt. Die über 8.000 Jahre alten Reste einer dauerhaften Ansiedlung liefern Belege für eine voll entwickelte agrarische Gesellschaft, die alle Komponenten der neuen neolithischen Lebensweise bereits voll ausgeprägt umsetzt und auf dem Balkan weiterentwickelt. Diese Gemeinschaft zeigt zudem einen starken künstlerische Gestaltungswillen, der sich in über 100 Figurinen aus gebranntem Ton widerspiegelt, die vor allem schematisch-abstrakte Frauenfiguren darstellen. Die mögliche Bedeutung dieser Figuralplastik wird in einem neuen Forschungsansatz der Archäologinnen und Archäologen durch eine Kooperation mit modernen Künstlerinnen in verschiedenen Ansätzen erforscht. Dazu wurde ein »artist-in-archaeology« Programm entwickelt, dessen erste Werke bei der Kunst Biennale vom 9. Mai bis 22. November 2026 gezeigt werden.

Die Auftaktveranstaltung am 13. Mai 2026 im Palazzo Bembo in Venedig befasst sich mit der Verbindung zwischen Kunst und Archäologie und deren Auswirkungen auf die zeitgenössische Kunst sowie auf neue Forschungsansätze in der Archäologie. Kunstschaffende, Archäologinnen und Archäologen und Studierende der Ca’Foscari Universität in Venedig werden dabei die Rolle der Kunst in der fernen Vergangenheit sowie neue Perspektiven diskutieren, die Künstler:innen auf vergangene Gesellschaften eröffnen. Die Zusammenarbeit beider Disziplinen bietet eine neue Plattform für gesellschaftlichen und politischen Diskurs, historische Erzählungen, kulturelle Erinnerungen und zeitgenössische Reflexionen.

Das wissenschaftlich-kulturelle Programm zur Ausstellung zielt darauf ab, einen offenen Raum für kritische Auseinandersetzung und kulturellen Austausch zu schaffen, um während der Kunstbiennale 2026 in Venedig den Dialog zwischen Kunst und der Wissenschaft zu fördern und aktuelle Diskurse zu reflektieren. Das Programm begleitet die von der Barvinsky Art Gallery in Wien organisierte Ausstellung »Intersection of Temporalities« mit Werken von Elham Hadian, Ryts Monet und Farniyaz Zaker. Das Programm wird von Rosaura Cauchi (Barvinsky Art Gallery) und Barbara Horejs (ÖAI) im Rahmen der Initiative Zukunftsarchäologie des Österreichischen Archäologischen Instituts koordiniert.

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