Musikarchäologie

Ausgegrabene Klänge?

Die Erforschung der Klangwelten früherer Epochen ist ein äußerst schwieriges Unterfangen. Welche Aussagen lassen sich anhand von archäologischen Funden zu Geräuschen und Klängen der Vergangenheit machen? Ist es gar möglich, Musik, die schon vor Jahrhunderten verhallt ist, wieder zum Leben zu erwecken?

Mit Fragen wie diesen beschäftigen sich die Artikel von Prof. Dr. Ricardo Eichmann, Dr. Dietrich Hakelberg, Prof. Dr. Ellen Hickmann und Dr. Sabine Schuster.

Artikel zum Thema

Musikarchäologie - eine Einführung
Eine Einführung von Prof. Dr. Ellen Hickmann
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Ex oriente lux ?
Aulos und Leier im prähistorischen Spanien - von Dr. Sabine Schuster
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Koptische Lauten
Saiteninstrumente des 3. - 8. Jh. n. Chr. aus Ägypten - von Prof. Dr. Ricardo Eichmann
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»Klangschaften« im archäologischen Befund?
Grundsätzliches zum Begriff der »Musikarchäologie« - von Dr. Dietrich Hakelberg
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Videos zum Thema

Ein kurzer, stimmungsvoller Trailer des Urgeschichtsmuseums Blaubeuren über die dort gezeigten altsteinzeitlichen Elfenbeinfunde vom Hohle Fels. Aus dieser Höhle stammt unter anderem die berühmte, 2008 entdeckte üppige Venusfigur, die mit einem Alter von über 35.000 Jahren zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit zählt. Auch eines der ältesten Musikinstrumente, eine aus dem Knochen eines Gänsegeiers geschnitzte Flöte, die ebenfalls aus einer aurignacienzeitlichen Schicht des Hohle Fels stammt, ist im Film zu sehen. (01:33)

24.07.2015ansehen

In den Archiven der British Library hat der Doktorand Giovanni Varelli kürzlich das bisher älteste bekannte Beispiel für ein polyphones Gesangsstück entdeckt. Ein Manuskript aus dem 10. Jahrhundert enthielt neben einem Text über das Leben des Maternianus, Bischof von Reims, auch die Aufzeichnung eines für zwei Stimmen konzipierten Musikstückes, das dem Heiligen Bonifatius gewidmet ist und vermutlich von Mönchen als Teil des Stundengebetes gesungen wurde. Ursprünglich stammt das Manuskript wohl aus Nordwestdeutschland, möglicherweise aus der Gegend um Paderborn oder Düsseldorf. Das schließt Varelli vor allem aufgrund einer lateinischen Notiz zum Jahrestag des Heiligen Maternianus »der am 1. Dezember gefeiert wird«. Nur eine Handvoll Klostergemeinden in dieser Region feierte den Tag an diesem Datum, andernorts tat man dies am 30. April. In diesem Video tragen zwei Musikstudenten vom St John's College in Cambridge das Stück vor. (01:09)

09.01.2015ansehen