Am Rand der keltischen Welt

Eisenzeitliche Befestigungen der Mittelgebirgszonen

Im 3. Jahrhundert v. Chr. kommt Bewegung in die deutschen Mittelgebirge. Zwischen Thüringer Wald im Osten und dem Rhein im Westen errichten die nördlichen Nachbarn der Kelten zahlreiche Befestigungsanlagen. Die Gründe für diesen Bauboom bleiben vorerst noch unklar. War es eine Krisenzeit oder wollten die Menschen neben Kleidung und Schmuck mehr vom begehrten »keltischen« Lebenstil kopieren?

Mit der Schnippenburg bei Osnabrück wurde in den letzten Jahren eine der nördlichsten dieser Anlagen intensiv untersucht. Die Ausgrabungen haben in der Fachwelt für viel Aufsehen, aber auch Rätselraten gesorgt: Die Lage war ungünstig, die Benutzung recht kurz und das Ende sehr feurig. Momentan wird  bis zum 5.8.2007 in der Ausstellung »Rätsel Schnippenburg - Sagenhafte Funde aus der Keltenzeit« der Öffentlichkeit die Gelegenheit gegeben, an diesem Rätsel teilzunehmen. Unser Schwerpunktthema, das in Kooperation mit dem Veranstalter der Ausstellung, der Kreisarchäologie Osnabrück, entstanden ist, präsentiert die bekannten Fakten, aber auch die Fragen, die weiterhin die Archäologen beschäftigen.

Hinweis: Die an dieser Stelle veröffentlichten Artikel von Jochen Brandt, Jens Schulze-Forster und Sebastian Möllers sind in längerer Fassung im Ausstellungskatalog »Rätsel Schnippenburg« publiziert.

Unruhige Zeiten
Was hat die Schnippenburg, eine kleine Höhenbefestigung am äußersten nordwestlichen Rand der deutschen Mittelgebirge mit der tausende Kilometer entfernten und von keltischen Stämmen belagerten griechischen Kolonie Olbia zu tun? Jochen Brandt zeigt in seinem Artikel, dass die Ereignisse an der Schwarzmeerküste ein Spiegel unruhiger Zeiten in Mitteleuropa waren.
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Die Burgen der Mittelgebirgszone
Schon lange vor den Steinburgen des Mittelalters prägte ein dichtes Netz von Befestigungen die Mittelgebirge. Jens Schulze-Forster stellt die aktuelle Ringwallforschung vor und zeigt die besondere Situation dieser Befestigungen im 3. Jh. v. Chr.
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Die Schnippenburg im Fokus der Archäologie
In den letzten sieben Jahren wurde die eisenzeitliche Befestigung "Schnippenburg" bei Osnabrück intensiv erforscht. Sebastian Möllers fasst die neuen Ergebnisse zusammen und stellt die Schnippenburg in ihren überregionalen Kontext.
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Die Ausstellung: Rätsel Schnippenburg
Auf der Suche nach der Lösung des Rätsels Schnippenburg folgt der Besucher der Ausstellung auf den Spuren der Archäologen und erlebt so Forschung als stetigen Prozess. Der Artikel von Sebastian Möllers vermittelt einen Eindruck der Ausstellung.
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Videos zum Thema

Das älteste Boot Bayerns
der bronzezeitliche Einbaum von Wasserburg im Bodensee

Im April 2018 wurde das älteste Boot Bayerns - ein Einbaum aus dem Jahr 1149 v. Chr. - aus dem Bodensee geborgen. Die Taucher der Bayerischen Gesellschaft für Unterwasserarchäologie e.V. (BGfU) haben die Ausgrabung und Bergung des Wasserfahrzeugs auf Video dokumentiert.

21.04.2018ansehen

Mangelnde Risikoabsicherung, fehlende Altersvorsorge und schlechte Entwicklungsmöglichkeiten - so sieht die berufliche Realität vieler Archäologen aus, die im privatwirtschaftlichen Bereich (meist bei Grabungsfirmen) tätig sind. Auch für die Arbeitgeber in diesem Sektor ist die Situation unbefriedigend, denn Grabungsfirmen, die ihren Mitarbeitern bessere Arbeitsbedingungen bieten möchten, haben im Konkurrenzkampf schlechtere Chancen am Markt. Denn dort gilt die Regel, dass der billigste Anbieter den Zuschlag erhält. Qualität und Einhaltung von sozialen Standards spielen bei der Auftragsvergabe nur eine untergeordnete Rolle - wenn überhaupt. Sascha Piffko, Inhaber einer Grabungsfirma in Hessen, berichtet in diesem Vortrag über die Mißstände in der privatwirtschaftlichen Archäologie und plädiert für die Einführung eines Berufsverbandes, der die Einhaltung von Mindeststandards garantieren soll.

Das Video wurde am 4.7.2017 auf der DGUF-Tagung »Ein Berufsverband für die Archäologie?« aufgezeichnet und steht jetzt auch in Schriftform im Open Access zur Verfügung.

09.03.2018ansehen
Die ersten Künstler
Spanische Höhlenmalereien neu datiert

Neue Datierungen von Höhlenmalereien in Spanien zeigen, dass diese bis zu 20.000 Jahre älter sind als bisher angenommen. Sie entstanden also zu einer Zeit, aus der es bisher keine Nachweise für die Anwesenheit des Homo sapiens in dieser Region gibt - damit kommen als Schöpfer dieser ältesten Höhlenkunst nur die Neanderthaler in Frage, die damals bereits dort lebten. Das Video der Max-Planck-Gesellschaft zeigt eine der drei untersuchten Höhlen mit der Paläo-Kunst, die Probennahme für die Datierung und deren Untersuchung.

23.02.2018ansehen
BBC Archäologie-Quiz anno 1956
Ratestunde der Archäologie-Experten

Ein amüsantes Fundstück aus der britischen Fernsehgeschichte: Bekannte Archäologen bekommen Objekte gezeigt und sollen diese bestimmen.

Als Experten sind  in dieser Ausgabe der Sendung »Animal, Vegetable, Mineral?« aus dem Jahr 1956 die Archäologen V. Gordon Childe (Direktor des Institute of Archaeology), Professor Sean P O Riordain (Department of Archaeology, University College Dublin) und Sir Mortimer Wheeler (Archäologie-Professor, University of London) zu Gast. Sie sollen in lockerer Gesprächsrunde Ihre Expertise zu archäologischen Fundobjekten des Prager Nationalmuseums abgeben, die auf eine aus heutiger Sicht herzerfrischende Art präsentiert werden. Das englischsprachige Video zeigt die Sendung in voller Länge. Untertitel gibt es leider keine, man sollte also einigermaßen gut Englisch verstehen, um der Unterhaltung folgen zu können.

09.02.2018ansehen
Zeitraffer-Ausgrabung im Stadtcasino Basel
4 Monate Ausgrabung in 25 Minuten

Das Stadtcasino Basel, dessen Musiksaal zu den ältesten und bedeutendsten Musiksälen Europas zählt, wird derzeit erweitert. Die geplanten Umbauten machten eine archäologische Untersuchung des Untergrunds notwendig. Im Oktober 2016 begannen die Archäologen mit ihrer Arbeit, die über vier Monate von einer Kamera aufgezeichnet wurde. Die Aufnahmen wurden zu einem 25-minütigen Video zusammengestellt, in dem man nun eine wahre Turbo-Ausgrabung betrachten kann.

26.01.2018ansehen
Podcasts zum Thema
Toll, Du studierst Archäologie! Und was macht man damit?
AMH006

In der sechsten Episode des Podcasts des Archäologischen Museums Hamburg berichten Lina und Lisa, zwei der studentischen Hilfskräfte des  Museums, von ihren Arbeiten und Erlebnissen im Haus. Sie erklären Moderator Bent Jensen, wie ein Master-Studium funktioniert und was man damit dann anfangen kann. Außerdem legen sie die Unterschiede zwischen universitärer Archäologie und praktischer Bodendenkmalpflege dar - und was Hamburg von Harburg unterscheidet.

14.12.2017mehr
Von Schaufeln und Metalldetektoren
AMH005

In der fünften Episode des AMH-Podcasts wird es schmutzig: Dr. Jochen Brandt, Leiter der Bodendenkmalpflege Landkreis Harburg, erklärt Moderator Bent Jensen die Aufgaben und Abenteuer der Bodendenkmalpflege, wie er die Archäologie auch für Laien zugänglich macht und warum er die typisch archäologische Kelle verschmäht.

15.11.2017mehr
Im Angesicht der Ente
AMH004: Ein Ausstellungsbesuch mit Donald Duck und Peter Krause

In der vierten Episode des AMH-Podcasts trifft sich Moderator Bent Jensen mit Donald Duck zum Besuch der Sonderausstellung "DUCKOMENTA – MomEnte der Weltgeschichte", die noch bis Februar 2018 im Archäologischen Museum Hamburg zu sehen ist. Mit dabei ist auch Peter Krause, der Synchronsprecher der berühmten Ente.

12.10.2017mehr
Archäologie in Harburg
AMH 003: Die Wiedergewinnung des Erinnerns

Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss und Bent Jensen unterhalten sich mit Moderator Julian Gebhardt über das Erwachen der Archäologe in Harburg, dem Standort des Museums. In rund 41 Minuten erfährt der Hörer wie es zur größten Stadtkerngrabung Deutschlands kam, nachdem zuvor 20 Jahre lang nur wenig Ausgrabungsaktivitäten stattgefunden hatten, und welche Projekte in der nahen Zukunft anstehen.
 

20.09.2017mehr
Die Ausgrabung auf der Cremon-Insel
AMH002: Holzkisten und Keramikschuhe

In der zweiten Folge des AMH-Podcasts sind Kay-Peter Suchowa und Judith Kirchhofer zu Gast bei Moderator Julian Gebhardt. Die beiden Archäologen berichten von der Ausgrabung auf der ehemaligen sogenannten Cremon-Insel mitten im Zentrum Hamburgs. Sie erzählen von ihrer aktuellen Arbeit, dem Ablauf einer Grabung und der Siedlungsgeschichte der Cremon-Insel. Man erfährt, wie es zu der Ausgrabung kam, was dabei herauskam und vielleicht noch dort verborgen liegt.

24.08.2017mehr