Überreste einer karolingischen Siedlung sowie fünf Bestattungen bei Pleinting entdeckt
Die Ergebnisse fügen sich schlüssig in die bekannte archäologische Topographie des Raumes ein. Für die karolingische Zeit sind sowohl auf Pleintinger als auch auf Hofkirchener Seite größere Siedlungsareale am Donauufer nachgewiesen. Das Gebiet wird zudem unmittelbar vor der Donauenge von markanten frühmittelalterlichen Abschnittsbefestigungen sowohl oberhalb des heutigen Ortes Pleinting – als auch unmittelbar neben der heutigen Burgruine Hilgartsberg geprägt, wobei für letztere Anlage ebenfalls ein karolingisch-ottonischer Nutzungshorizont sowie sogar die erste Steinarchitektur im Landkreis Passau in nachrömischer Zeit belegt ist. Die aktuellen Funde unterstreichen daher die zentrale Bedeutung dieses Landschaftsraumes in der Zeit des ausgehenden Frühmittelalters.
"Dass wir solche Flächen archäologisch untersuchen dürfen, ist für uns ein Glücksfall", so Kreisarchäologe Alois Spieleder – schließlich kommt es ja kaum zu größeren Vorhaben am unmittelbaren Donauufer. Die ersten Funde aus den Siedlungsbefunden konnte er hierbei auch schon sichten – spannend ist für ihn hier der Nachweis von Graphitkeramik, die somit auch bereits in das 9. nachchristliche Jahrhundert zu datieren ist.
Die fünf Gräber, die sich erhalten haben, sind nur außergewöhnlich flach angelegt – aber dennoch bereits in gezimmerten Särgen bestattet, die sich noch immer als Bodenverfärbungen abzeichnen. Grabbeigaben sind bislang noch keine festgestellt – ein Zeichen der gestiegenen Christianisierung in der Zeit Karls des Großen. "Wenn ich die Siedlungstopographie in karolingischer Zeit hier betrachte, so wirkt es, als käme es hier ab der karolingischen Zeit zu einem Ausbau dieser strategisch wichtigen Stelle – um hier Verkehrs- und Warenflüsse auf der Donau besser zu kontrollieren können."






