Steinzeit-Skelett aus Arnoldsweiler geborgen

Die Ausgrabung eines großen Fundplatzes auf der künftigen Trasse der A 4 bei Düren-Arnoldsweiler hatte spektakuläre Ergebnisse erbracht – sie waren bereits Anfang September der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Neben Funden aus der Römer- und der Bronzezeit gruben die Archäologen ein jungsteinzeitliches Dorf der ersten Bauern im Rheinland samt Bestattungsplatz aus.

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Lillith, oder Knochenfund Nr. 4953 aus Düren-Arnoldsweiler, gibt Zeugnis über die ersten Bauern im Rheinland (Foto: Fa. Wurzel-Archäologie)
Lillith, oder Knochenfund Nr. 4953 aus Düren-Arnoldsweiler, gibt Zeugnis über die ersten Bauern im Rheinland (Foto: Fa. Wurzel-Archäologie)

Eines der bislang rund 110 gefundenen Skelette war so gut erhalten, dass sich die Experten des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland und des LVR-LandesMuseums Bonn entschlossen, es zu bergen und auszustellen. Es ist das Skelett einer Frau - die sterblichen Überreste einer der ersten Bäuerinnen des Rheinlandes. Der Knochenfund trägt die schnöde Nummer „4953" – die Archäologen tauften das Skelett ‚Lillith'. Die Tote liegt in zeittypischer Form auf der Seite, mit leicht angewinkelten Beinen und vor das Gesicht gelegten Händen. Am Mittwoch wurde ‚Lillith" geborgen und in einer eigens angefertigten Verschalung per LKW ins LVR-LandesMuseum Bonn gefahren, zur Konservierung.

Vorausgegangen waren mehrtägige und kleinteilige Arbeiten an der Freilegung des Grabes und der Dokumentation. Ein Restauratorenteam des LVR-LandesMuseum Bonn fixierte die Knochen fachgerecht. Dann konnte das Grabungsteam der Firma Wurzel Archäologie den zu bergenden Sedimentblock mit dem darauf befindlichen Skelett freilegen und mit Holzplatten einschalen. Am Mittwoch wurde dann der knapp zwei Tonnen schwere Block mit einer Stahlplatte unterschoben, auf einen LKW gehoben, und ab ging es ins LVR-LandesMuseum nach Bonn zur Konservierung. Geplant ist, Lilliths Bestattung als Zeugnis der ersten Siedler im Rheinland dauerhaft in der dortigen Abteilung zur Vorgeschichte zu präsentieren - als eines der ältesten menschlichen Knochen-Exponate des Hauses.

Die in Düren-Arnoldsweiler gefundenen menschlichen Überreste der ersten Bauernkultur im Rheinland werden nach ihrer Auswertung die Kenntnisse über diese Epoche der Steinzeit deutlich erweitern können. Wissenschaftler erhoffen sich daraus wichtige Erkenntnisse über Alter, Geschlecht und Krankheiten, aber auch über die Herkunft dieser ersten Siedler.

Kommentare (2)

  • Andreas Breuer
    Andreas Breuer
    am 05.10.2010
    hallo, ich finde ihren bericht sehr interessant.
    ich wohne in düren und wurde in arnoldsweiler geboren. gibt es die möglichkeit den fundort zu besichtigen ? mfg a.breuer
  • h.c.credner
    h.c.credner
    am 16.12.2010
    Auf meinem Drachenluftbild kannst Du die Situation der A4-Umleitung, auf der bis Ende November 2010 die archäologischen Grabungen stattgefunden haben, sehen.
    http://flic.kr/p/8HyFGx
    Ich habe dort zahlreiche weitere sehr originelle Luftaufnahmen gemacht.
    Gruss Christian Credner

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