Spiels noch einmal, Siegfried

Der Musikhistoriker Dr. Eberhard Kummer präsentiert an sechs Abenden das bekannte Heldenepos ungekürzt in der Aula der Bamberger Universität.

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"Uns ist in alten mæren wunders vil geseit / von helden lobebæren, von grôzer arebeit, / von freuden, hôchgezîten, von weinen und von klagen, / von küener recken strîten muget ir nu wunder hœren sagen."

Dies sind die ersten Zeilen des wohl bekanntesten mittelalterlichen Textes, des um 1200 anonym entstandenen Nibelungenliedes. Präsent ist das Heldenepos im kulturellen Gedächtnis vor allem durch Geschichten über den Drachentöter Siegfried von Xanten und seinen Gegenspieler und Mörder Hagen von Tronje. Die moderne Umsetzung in Literatur und Film verdeutlicht allerdings nicht, welche Rezeptionssituation dem mittelalterlichen Text zugrunde lag: Das Heldenepos wurde zu seiner Entstehungszeit nicht vorgelesen, sondern gesungen - eine Präsentation von Literatur, die uns heute weitgehend fremd geworden ist.

Der Lehrstuhl für deutsche Philologie des Mittelalters konnte den renommierten Sänger und Musikhistoriker Dr. Eberhard Kummer für eine Konzertreihe gewinnen, in deren Rahmen er den kompletten Text des Nibelungenliedes von immerhin etwa 10.000 Versen an sechs Vortragsabenden singen wird. Eberhard Kummer, ausgebildeter Opern- und Konzertsänger, spielt Schoßharfe, Drehleier sowie Gitarre und hat neben zahlreichen Minne- und Schwankliedern eine vollständige Aufnahme des Nibelungenliedes eingespielt.

Die Aufführungen finden an sechs Abenden in der Aula der Universität Bamberg, Dominikanerstraße 2a, statt. Die Termine sind: 30. Oktober, 9., 13., 20. und 30. November sowie der 4. Dezember. Die Konzerte dauern jeweils von 18 bis 24 Uhr.

Zwischen den einzelnen thematischen Teilen (Âventiuren) des Nibelungenliedes sind Pausen eingeplant, damit Besucher die Konzerte abschnittsweise besuchen können.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

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