Spektakuläre Inschriftenfunde in Lykien

In Oinoanda/Lykien in der Türkei haben Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Instituts eine ganze Reihe teilweise spektakulärer Inschriften entdeckt

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Inschrift Oinoanda/Lykien
Eine der bei Oinoanda in Lykien gefundenen Inschriften (© 2008 Deutsches Archäologisches Institut)

Eine internationale Wissenschaftlergruppe unter der Leitung von Dr.- Ing. Martin Bachmann (Stellvertretender Leiter der Abteilung Istanbul des DAI) hat bei einem neuen Forschungsprojekt im Juli diesen Jahres in Oinoanda/Lykien in der Türkei eine ganze Reihe teilweise spektakulärer Inschriften entdeckt.

Schon seit dem 19. Jh. konzentriert sich die epigrafische Forschung auf den antiken Ort in den lykischen Bergen. Drei der bekanntesten griechischen Inschriften der Antike stammen von dort. Die berühmteste unter ihnen ist die monumentale philosophische Inschrift des Diogenes von Oinoanda. Allein von dieser wurden nun 26 neue Fragmente gefunden. Einige sind nur Bruchstücke mit wenigen Textfetzen, andere vollständige Sentenzen.

Diese größeren Textfragmente liefern neue Einblicke in die Wirkungsgeschichte zentraler Autoren der damaligen Weltliteratur. So setzt sich eine der neu entdeckten Inschriften mit Ansichten Platons über die Weltschöpfung und die Unvergänglichkeit des Kosmos auseinander.

Zu der Philosophie in Stein kommen weitere aktuelle Funde von Weihinschriften an der antiken Stadtmauer, in denen ein "Höchster Gott" angesprochen wird. Daraus ergeben sich religionsgeschichtlich richtungsweisende Erkenntnisse über die Ausprägung des monotheistischen Kultes, der sich besonders ab dem 1. Jh. n. Chr. im heidnischen Bereich entwickelt.

Seit längerem bekanntes Diogenesfragment (© 2008 Deutsches Archäologisches Institut)
Steine der Diogenesinschrift (© 2008 Deutsches Archäologisches Institut)

Kommentare (1)

  • Thomas Corsten
    Thomas Corsten
    am 11.10.2008
    Die "aktuelle[n] Funde von Weihinschriften an der antiken Stadtmauer" sind alles andere als neu; sie sind schon vor Jahrzehnten publiziert und seitdem oft besprochen worden. Die Darstellung der Ausgräber ist demnach entweder bewusste Irreführung oder das Ergebnis von Unkenntnis.

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