Spätbronzezeitliche Befestigung in Zypern freigelegt

Bei den aktuellen Ausgrabungen haben die Wissenschaftler der University of Cincinnati in Zypern die Überreste einer spätbronzezeitlichen Befestigungsanlage freigelegt, die möglicherweise ein bedeutsames urbanes Wirtschaftszentrum der antiken Welt geschützt haben könnte.

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Die Untersuchungen wurden am 25. Juni 2011 von Gisela Walberg, derzeit Inhaberin der Marion-Rawson-Professur für Ägäische Frühgeschichte am Department of Classics der University of Cincinnati, auf dem jährlichen Treffen des Cyprus American Archaeological Research Center in Nicosia (Zypern) vorgestellt. Seit 2001 arbeitet Walberg in Zypern, um das antike Bamboula freizulegen - eine Stadt der Bronzezeit, die ein wichtiges Handelszentrum für den Mittleren Osten, Ägypten und Griechenland war. Bamboula, eine Hafenstadt, die ihre Blütezeit zwischen dem 13. und dem 11. Jahrhundert v. Chr. erlebte, liegt entlang in den Randbezirken der Stadt Episkopi an der südwestlichen Küste Zyperns. Die Region zeichnet sich vor allem durch die Kupfervorkommen des Troodos-Gebirges und den für den Erzabbau vortielhaften Fluss als Transportweg aus.

Walbergs neueste Untersuchung an der Ausgrabungsstätte offenbarte die Überreste einer Befestigung aus der Späten Bronzezeit (1500-750 v. Chr.), die eine Schutzfunktion für das weiter im Inland liegende und scheinbar unbefestigte urbane Wirtschaftszentrum gehabt haben könnte. "Aufgrund der Breite und Stärke der Mauern ist es ziemlich eindeutig, dass es sich hier um eine Befestigung handelt. Keine Hausmauer aus dieser Zeit hätte diese Stärke gehabt. Das wäre völlig unnötig gewesen", sagte sie. Die Mauern weisen an einigen STellen eine Stärke von bis zu 4,80 Meter auf. "Der Ort liegt ausserdem auf einem eigenen Plateau, von dem aus man in Richtung Norden auf die Berge oder über den Fluss hinweg blicken kann und im Süden direkt zum Mittelmeer - womit auch jede Annäherung von außen sofort erkennbar ist."

Es wurden auch die Überreste einer Treppe gefunden, die zu einem runden und turmartigen Bau führte. "Im Jahr 2005 haben wir bereits die ersten interessanten Mauern gefunden", erklärte Walberg. "Dieses Jahr fanden wir nun eine Treppe - eigentlich hatten wir zwei Stufen einer vergleichbaren Treppe bereits gefunden, aber jetzt fanden wir einen kompletten Treppenaufgang." Walberg zufolge scheint der Treppenaufgang gewaltsam zerstört worden zu sein, was wohl typisch für die frühe Geschichte der Späten Bronzezeit auf Zypern wirft; eine Zeit, über die wenig bekannt ist, die aber durch starke soziale Umbrüche und Friedhöfe mit Massengräbern gekennzeichnet ist.

Die neue Entdeckung ist insbesondere auch deswegen bedeutend, da es in der unmittelbaren Nähe der Befestigung eine weitere und ältere Stätte aus der Mittleren Bronzezeit gibt. Flussaufwärts existieren weiterhin die Überreste eines großen Wirtschaftszentrums namens Alassa, das wohl ein Zentrum für den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten und Metall war. "Die Entdeckung der Befestigung schließt die zeitliche Lücke zwischen dieser frühen Siedlung und dem sehr großen und wichtigen Wirtschaftszentrum. Möglicherweise war sie das Zentrum, der Kern, von dem die Urbanisierung der Gegend ausging", sagte Walberg.

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