Römischer Garten im Kastell Saalburg eingeweiht

Seit Anfang Mai 2007 schmückt den Innenhof des Institutsgebäudes im Römerkastell Saalburg in Bad Homburg ein Ziergarten nach römischem Vorbild. Zusammen mit Sponsoren hat der Förderverein Saalburg e.V. den Garten im Innenhof anlegen lassen, wo schon seit 2005 ein Mosaik mit Meereswesen ein Wasserbecken ziert. Die Gesamtanlage im ehemaligen Wohnhaus des Kommandanten vermittelt einen Eindruck von der luxuriösen Wohnkultur der Römer.

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Ziergarten nach römischem Vorbild im Römerkastell Saalburg in Hessen
Ziergarten nach römischem Vorbild im Römerkastell Saalburg in Hessen

Der Garten in der Saalburg lässt die typischen Merkmale römischer Gartengestaltung erkennen. Um das Wasserbecken im Zentrum sind die Pflanzen und Beete symmetrisch angeordnet – gemäß der Vorliebe der Römer für gestaltete Natur. Die Beete sind mit Buchsbaum eingefasst. Einzelne Buchsbaumpflanzen sind kugel- und kegelförmig gestutzt. Als Pflanzen wurden solche ausgewählt, die es in römischer Zeit gab und die das Klima im 430 Meter hoch gelegenen Kastell vertragen: außer Buchs noch Zierkirsche, Schneeball und Lavendel. Passend zum Standort des Limeskastells wurden die dunkelrote „Limesrose Saalburg“, die rosafarbene „Limeszauber“ und die gelbe „Limesgold“ gepflanzt.

Die ruhige Atmosphäre im Innenhof, die Pflanzenpracht, die künstlerische Gestaltung, das Plätschern des Wassers – hier bekommt man ein Gefühl dafür, was die Römer an ihren Gärten schätzten. Ein Ort sollte es sein, der die Natur erleben ließ, der Ruhe und Entspannung möglich machte – fast ein kleines Paradies. So ist es verständlich, dass die Römer – gerade auch in den größeren Städten – die Natur in ihr Leben einbeziehen wollten, und wenn es auch nur ein Blumenkasten am Fenster war.

Besichtigungsmöglichkeiten

Da der Garten im Bereich des Forschungsinstituts und der Museumsverwaltung liegt, ist er nicht ständig zugänglich. Gelegenheit zur Besichtigung gibt es in speziellen Führungen am 15. Juli 2007 um 14.00 Uhr. Sie stellen den Garten mit dem Mosaik im Wasserbecken vor, dazu noch die Wandmalereien im rekonstruierten Speisezimmer. Der Garten wird auch im Rahmen des Aktionstages „Mosaik, Wandmalerei und Gartenkunst – Wohnen in römischer Zeit“ am Sonntag, dem 5. August 2007 vorgestellt.

Darüber hinaus ist die Besichtigung des Gartens Teil der öffentlichen Sonntagsführungen, die es von März bis einschließlich Oktober an allen Sonntagen im Monat gibt (11.00, 13.00, 15.00 Uhr).

Kommentare (3)

  • Peter Pinske
    Peter Pinske
    am 03.06.2007
    Ich finde es schön, dass auch in der Saalburg ein römischer Garten rekonstruiert wird. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob der Praefectus eines Kohortenkastells über einen solch großzügigen Garten mit Mosaik und Wasserspielen verfügte nach Art eines römischen Herrenhauses, z.B. Villa Borg http://www.villa-borg.de ?
  • Oliver Teske
    Oliver Teske
    am 06.06.2007
    Hallo Herr Pinske,

    ich gebe Ihnen absolut recht mit dem was Sie zu dem Garten schreiben, aber ich fürchte das macht jetzt auch nichts mehr aus. Die Saalburg vermittelt kaum noch das Gefühl einer Soldaten Kaserne sondern eines Parks zum entspannen und ausruhen. Selbst um das Haus des Prefectus wurden Rosen gepflanzt. Leide bekommt der Besucher bei der Besichtigung ein ganz falsches Bild eines Kastells vermittelt.

    Gruß
    Oliver Teske
  • Peter Pinske
    Peter Pinske
    am 10.06.2007
    Hallo Herr Teske,

    das sehe ich (mittlerweile) leider ganz genau so. Selbst das Innenleben einer Centurienbaracke ist nicht mehr dargestellt (ich weiß, dass es das mal war!), sprich die Räume der einfache Soldaten mit Ausstattung bis zum Centurio am Kopfende. Ich bin mal gespannt, was das mit der Rekonstruktion der Fabrica jetzt wird :cool: .

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