Mit Wasser und Feuer Keramik datieren

Britische Forscher haben eine neue Methode der Keramikdatierung vorgestellt

Wissenschaftler der Universitäten von Manchester und Edinburgh haben einen neue Methode entwickelt, um das Alter keramischer Artefakte direkt zu bestimmen. Mit Hilfe der sogenannten "Rehydroxylationsdatierung" soll Keramik mit einem Alter bis zu 2000 Jahre datiert werden können. Das Wissenschaftlerteam geht allerdings davon aus, dass die Methode bis zu 10.000 Jahre zurückreichen kann.

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Keramik hat sich bisher erfolgreich einer direkten naturwissenschaftlichen Altersbetimmung gewehrt, bis auf die Thermolumineszenzanalyse, die allerdings sehr aufwendig und nicht sehr präzise ist. Die neue Methode basiert auf der Eigenschaft von gebrannter Keramik nach ihrer letzten starken Erhitzung sofort wieder Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen. Aus diesem Prozess resultiert somit eine ständige Gewichtszunahme der Keramik. Und diese Gewichtszunahme macht sich die Analysemethode zu Nutze. Die Scherbe wird mit einer hochpräzisen Waage gewogen und danach auf 500 °C erhitzt - bei dieser Temperatur wird dem keramischen Artefakt alle Feuchtigkeit entzogen. Danach wird die Scherbe erneut gewogen und die Differenz berechnet. Unter Laborbedingungen wird im Anschluß das Verhältnis Zeit/Feuchtigkeitsaufnahme ermittelt, um somit bis zur letzten starken Erhitzung zurück rechnen zu  können.

Die bisherigen Messungen von Material, dessen Alter man kannte, ergab eine Genauigkeit von etwa ± 20 Jahren. Die Umgebung der Keramikfunde soll, so die Forscher, das Messergebniss nicht beeinflussen. Das Verfahren wurde am 20. Mai in der Onlineausgabe der Proceedings of the Royal Society veröffentlicht.

Kommentare (2)

  • udo
    udo
    am 23.05.2009
    eine wunderbare methode, endlich die millionen artefakte aus römischer zeit genauer zu datieren. es wäre interessant, artefakte mit zeitgleichen münzfunden nach der neuen methode zu prüfen!
  • homonovus
    homonovus
    am 25.05.2009
    Langsam, langsam.
    Der Pferdefuß liegt in der unbedingt erforderlichen Angabe einer mittleren Temperatur, der die zu untersuchende Probe während ihrer gesamten Lagerungszeit ausgesetzt war - 100 Jahre, 1000 Jahre lang. Fehlerquelle!
    Eine einige Tage lang im Labor aufgenommene Gewichtszunahmekurve muß auf die Zeit 0 extrapoliert werden - Fehlerquelle, rel. lange Meßdauer!
    Die Methode wird ähnlich wie die C14-Methode kalibriert werden müssen.
    Die Originalpublikation ist leider schwer verständlich geschrieben, sie erschließt sich wegen ihrer Lückenhaftigkeit nur Fachleuten, die sich in der Reaktionskinetik auskennen. Kein schönes Beispiel für interdisziplinäre Zusammenarbeit!

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