Meroitische Tempelreliefs im Ägyptischen Museum Berlin

Seit 15 Jahren arbeitet ein Archäologen-Team des Ägyptischen Museums Berlin in der Republik Sudan. In der Wüste nordöstlich von Khartum liegt die antike Stadt Naga, eines der Zentren des altsudanesischen Königreiches von Meroe aus der Zeit um 300 v. Chr. bis 350 n. Chr.

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In Anerkennung des Beitrags der Berliner Museen zur Wiedergewinnung der historischen und kulturellen Identität des Landes hat die Republik Sudan der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine große Anzahl von Reliefblöcken aus dem Komplex des Amun-Tempels in Naga als langfristige Leihgaben zur Verfügung gestellt. Durch die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin e. V. finanzierten Ausgrabungen ist Naga zu einer der attraktivsten archäologischen Stätten des Sudan geworden.

Die bereits im Dezember 2008 in Berlin eingetroffenen 74 Blöcke aus Sandstein wurden nach ihrer restauratorischen Behandlung zu drei geschlossenen Wandabschnitten zusammengefügt, die überlebensgroße Götterfiguren zeigen. In ihrer Verbindung ägyptischer, hellenistischer und afrikanischer Stilelemente sind die Reliefs eindrucksvolle und außerhalb des Sudan einzigartige Beispiele der typischen Kunst des Reiches von Meroe. Diese meroitischen Tempelreliefs finden ihren Platz nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Neuen Museum auf der Museumsinsel Berlin, wo sie in der Sudan Abteilung des Ägyptischen Museums neben dem berühmten Goldschatz aus Meroe zu sehen sein werden. Durch die Leihgabe der Tempelreliefs nach Europa wird Berlin zu der bedeutendsten musealen Präsentationsstätte des antiken Sudan außerhalb Khartums.

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