Liste soll beim Schutz archäologischer Denkmale helfen

Regierungsvizepräsident Klemens Ficht und Dr. Andreas Haasis-Berner vom Referat „Denkmalpflege“ des Regierungspräsidiums in Freiburg haben am Mittwoch dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald eine Liste der archäologischen Kulturdenkmale des Landkreises übergeben. Die Liste soll sicherstellen, dass Planer und Gemeindeverwaltungen diese bei der Erstellung von Bebauungsplänen rechtzeitig berücksichtigen können.

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Am 2. März wurde Landrätin Dorothea Störr-Ritter des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald durch den Regierungsvizepräsident Klemens Ficht und Dr. Andreas Haasis-Berner vom Referat "Denkmalpflege" des Regierungspräsidiums in Freiburg eine Liste der Archäologischen Kulturdenkmale des Landkreises überreicht. Diese Liste umfasst auf 500 Seiten knapp 1.500 archäologische Kulturdenkmale, darunter 30 Denkmale von besonderer Bedeutung und 50 Grabungsschutzgebiete.

Die Liste kommt nun allen Beteiligten bei Bauplanungen zu gute, da die Kartierung der archäologischen Denkmale bis auf die einzelnen betroffenen Grundstücke erfolgte und so die Belange der Archäologischen Denkmalpflege rechtzeitig erkannt und berücksichtigt werden können. „Insgesamt dient das Verzeichnis dem bestmöglichen und nachhaltigen Schutz der einzigartigen archäologischen Überlieferung des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald.“ so Ficht, und spare zudem unnötige Planungskosten.

Dass die Liste so umfangreich ist, erklärt sich laut Dr. Haasis-Berner aus der reichen geschichtlichen Vergangenheit der Region: „Diese Geschichte beginnt mit den ältesten Siedlungstellen in Bollschweil, Ehrenstetten und Müllheim-Feldberg, die vor 130.000 Jahren von Rentierjägern aufgesucht wurden.“

Unter den archäologischen Hinterlassenschaften des Landkreises finden sich neben Siedlungen der ersten Bauern beispielsweise auch im Münstertal Nachweise für den ältesten Bergbau Deutschlands - der Abbau von Hämatit als roter Farbstoff. Am Kaiserstuhl hat die bronzezeitliche Bevölkerung eine Zentralsiedlung angelegt, die Kelten errichteten Grabhügel und oppida (Städte), wie z.B. das bekannte Tarodunum. Die Liste zeigt auch, dass der heutige Landkreis seit dem Neolithikum ohne Unterbrechungen besiedelt war.

Die Gemeinden sind nun aufgefordert, die örtliche Bevölkerung durch ortsübliche Bekanntmachung über die Liste zu informieren; betroffene Grundstückseigentümer und Interessenten sollen die Möglichkeit erhalten, sie im Rathaus einzusehen.

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