Hawass: I'm back!

Rücktritt vom Rücktritt

Im Februar war der ägyptische Archäologe und bisherige Direktor des Supreme Council for Antiquities, Dr. Zahi Hawass, noch von Husni Mubarak zum Chef des neu geschaffenen Ministeriums für Altertümer ernannt worden. Im Zuge der ägyptischen Revolution trat er dann Anfang März von diesem Posten zurück. Vier Wochen später ist er wieder im Amt.

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Wieder da: Zahi Hawass. Offensichtlich zufrieden mit seiner Rückkehr ins Amt teilte er in seiner Videobotschaft mit: »I cannot live without antiquities, and antiquities cannot live without me.«

Hawass, der zu den weltweit einflussreichsten Ägyptologen zählt, hatte sein Amt nach Protesten von Studenten und Korruptionsvorwürfen niedergelegt. Als Grund nannte er die zu begrenzten personellen und finanziellen Möglichkeiten, die einen effektiven Schutz der ägyptischen Altertümer unmöglich machen würden. Einen Monat später ernannte Ministerpräsident Essam Scharaf den 63-jährigen Archäologen erneut zum Chef des vom Kulturministerium unabhängigen Ministeriums für Altertümer.

Am 4. April legte der medienaffine Antiken-Minister den Amtseid vor Mohamed Hussein Tantawi, dem Chef des Militärrates, ab und berichtete noch am selben Tag in einem auf seinem Blog veröffentlichten Video von seinem »ersten Tag im Büro«. Darin kündigte er an, die entstandenen Schäden zu beseitigen und die archäologischen Objekte in neue Magazine zu verlagern. Außerdem wolle er wieder vermehrt Touristen ins Land locken, erklärte Hawass. Die wichtigste Ankündigung für seine Landsleute dürfte aber das Versprechen sein, neue Arbeitsplätze für zahlreiche junge Ägypter zu schaffen. Diese Ankündigung ist wohl eine Reaktion auf den eigentlichen Grund, den er hinter den Protesten von Studenten und jungen Wissenschaftlern gegen seine »erste Amtszeit« sieht: die hohe Arbeitslosigkeit, unter der auch der ägyptische Archäologennachwuchs leidet.

In Deutschland hat der Archäologe mit dem Indiana-Jones-Hut zuletzt vor allem durch seine wiederholte Forderung nach Rückgabe der Nofretete-Büste Schlagzeilen gemacht. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass man sich in Berlin mit dem Thema auseinandersetzen muss.

Kommentare (3)

  • xaver195
    xaver195
    am 16.04.2011
    Na prima, dann kann er ja weiter Artefakte zurückfordern, die ausländische Archäologen
    mit viel Geld und Schweiß
    gerettet haben.
  • Bob
    Bob
    am 16.04.2011
    @ xaver195
    Den Raub von ägptischen Kulturgütern in der Zeit der "kolonialen" Archäologie als "Rettung" zu bezeichnen, finde ich makaber.
  • L.Schmidt
    L.Schmidt
    am 18.04.2011
    Naja erstmal muss er ja nu für ne weile in den Knast. http://english.ahram.org.eg/News/10246.aspx

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