Grabungen am Danewerk gehen weiter

Großzügige Bewilligung des A.P. Møller Fond ermöglicht Abschluss der archäologischen Ausgrabungen am Danewerk

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Ausgrabungen am Danewerk. © ALSH
Ausgrabungen am Danewerk. © ALSH

Das Museum Sønderjylland hat von dem dänischen Fond  A.P. Møller og hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal eine großzügige Bewilligung in Höhe von gut 300.000 Euro zur Durchführung eines gemeinsamen deutsch-dänischen Ausgrabungs- und Forschungsprojektes erhalten, das die Untersuchungen, die das Archäologische Landesamt Schleswig–Holstein in den Jahren 2010 und 2011 durchführte, weiterführen und abschließen soll.

Bei diesen Untersuchungen gelang es, das Tor im Wall des Danewerks nachzuweisen, welches  808 in den Fränkischen Reichsannalen erwähnt wird. Das Tor steht in Verbindung mit der Feldsteinmauer des 8. Jahrhunderts und wurde in der Gemeinde Dannewerk, Kreis Schleswig-Flensburg, ganz in der Nähe des Danewerkmuseums gefunden. Das Danewerk, eine mächtige Verteidigungsanlage quer über die Schleswiger Landenge, ist Nordeuropas größtes  Bodendenkmal und ein Bauwerk, das in unserer Geschichte immer eine große Rolle gespielt hat. Vereinfacht ausgedrückt war das Danewerk in der Wikingerzeit und im frühen Mittelalter die Grenze zwischen Europa und Skandinavien. Durch diesen Wall führte wahrscheinlich nur ein einziges Tor. Hierdurch führte der Heerweg, der Weg, der die Kontakte zwischen z.B. König Godfreds frühem Wikingerreich und den großen Reichen im Süden, u.a. dem  Reich Karl des Großen ermöglichte. Sowohl vor, als auch nach 808 spielte die Befestigungsanlage bei der Verteidigung des Dänischen Reichs und damit auch in der europäischen Geschichte eine große Rolle.

Die Ausgrabungen am Danewerk werden im Laufe von 2013 von Mitarbeitern des Archäologischen Landesamts Schleswig-Holstein und des Museum Sønderjylland durchgeführt. Die Leitung obliegt  Dr. Astrid Tummuscheit, die bereits die bisher durchgeführten Untersuchungen leitete. Die Archäologen der beiden Länder werden eng zusammenarbeiten und als Nebengewinn neben den spannenden neuen Resultaten zum Wall, dem Tor und dem Bereich davor, auch von den jeweiligen Ausgrabungstechniken und -methoden profitieren.

Die Untersuchungen werden im Bereich um das Tor und vor der Südseite des Tores fortgesetzt und abgeschlossen. Bei den Untersuchungen sollen neue Informationen zum Tor gewonnen werden, zum Weg durchs Tor, zur Konstruktion von Durchgang und Wall und darüber, ob hier evtl. auch ein älteres Tor lag, bevor die Feldsteinmauer im 8. Jahrhundert gebaut wurde. Im Bereich vor dem Tor werden die vielen nachgewiesenen Gräben und weitere Spuren unterschiedlicher Zeitstellung genau untersucht, bestimmt und mit Wall und Tor in Zusammenhang gebracht werden.

Die Leiter der beiden Institutionen Professor Dr. Claus von Carnap-Bornheim, Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein und Orla Madsen, Museum Sønderjylland, zeigen über die Bewilligung große Freude: »Es ist ein fantastisches Geschenk, das wir vom A.P. Møller Fond erhalten haben und das es uns ermöglicht, die äußerst spannenden und aussichtsreichen Ausgrabungen am Danewerk nun fertig stellen zu können. Es ist nicht alltäglich, dass wir ein so zentrales und bedeutsames Denkmal aus unserer gemeinsamen Geschichte untersuchen können. Die Untersuchungen am Tor des Danewerks stehen natürlich im Zentrum, aber wir freuen uns auch darauf, dass unsere Archäologen durch konkrete Zusammenarbeit bei einem äußerst spannenden Projekt die Möglichkeit erhalten, voneinander zu lernen. Dies ist positiv für die Entwicklung der zukünftigen Archäologie beiderseits der heutigen Grenze«.

Grabungssituation: Der Weg durch das Tor am Danewerk. © ALSH
Grabungssituation: Der Weg durch das Tor am Danewerk. © ALSH

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