Frühestes jüdisches Zeugnis der Schweiz entdeckt

 

In Kaiseraugst führt die Kantonsarchäologie Aargau im Areal der Römerstadt Augusta Raurica eine Notgrabung durch. In einem Wohngebäude aus dem 2. und 3. Jahrhundert nach Christus kam neben einer Goldkette und einem Silberring auch ein Fingerring mit dem charakteristischen siebenarmigen Leuchter zum Vorschein.

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Der siebenarmige Leuchter auf dreibeinigem Ständer, die Menora, verkörpert die jüdische Hoffnung auf einen neuen Tempel, nachdem die Römer um 70 n.Chr. den Tempel in Jerusalem zerstört hatten. Links neben dem Ständer sind möglicherweise die Symbole für das Laubhüttenfest (Sukkoth) dargestellt. Rechts der Menora scheint ein stilisiertes Widderhorn, das Symbol für das Neujahrsfest (Rosch ha-Schanah) abgebildet zu sein. Die gleichen Symbole finden sich an der römischen Synagoge in Ostia in Stein gehauen. Der Ring ist das früheste bisher bekannte Zeugnis des jüdischen Glaubens in der Schweiz.

Das römische Gebäude, in dem dieser religionsgeschichtlich bedeutende Fund stattfand, war Teil der reihenhausartigen Randbebauung entlang der Hauptstraße der Unterstadt. Diese Straße führte von Augusta Raurica an das rechtsrheinische Ufer. Die Überbauung der Unterstadt ist in längsrechteckigen Parzellen organisiert. In der laufenden Grabung wurde weiterhin in der Verfüllung der Latrinengrube eine feine Halskette aus geformtem Golddraht mit verschiedenartigen Perlen aus Glaspaste gefunden. Weitere Funde dieser Grabung, wie ein silberner Fingerring und verschiedene sorgfältig bearbeitete Gewandschließen aus Bronze - teils mit Emaileinlagen - deuten auf einen gewissen Wohlstand der ehemaligen Bewohner hin.

 

Quelle: Kanton Aargau

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