Felsgrotten in den Externsteinen neu datiert

Bereits seit Goethes Zeiten erhitzt die Frage nach dem Alter der Felsgrotten in den Externsteinen nahe Detmold die Gemüter immer wieder aufs neue. Nach anderthalb Jahren Arbeit haben nun Wissenschaftler der Forschungsstelle Archäometrie der Heidelberger Akademie der Wissenschaften die mit der Lumineszenzmethode ermittelten neuen Datierungen bekannt gegeben: alle untersuchten Feuerstellen datieren ins Mittelalter.

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Diese neuen Daten fügen sich sehr gut in die bisherigen Forschungsergebnisse ein. Das älteste Keramikmaterial, das die Grabungen in den 1930er Jahren zu Tage brachten, stammt ebenfalls aus dem Mittelalter und auch historisch ist die Anlage in den Externsteinen erst im frühen 12. Jahrhundert erwähnt. Allein die sog. Kuppelgrotte lieferte eine kleine Überraschung. Sie erbrachte ein Datum, das um das Jahr 750 liegt, nach Christus wohlgemerkt!

Das seit Jahrzehnten hartnäckig kursierende Gerücht, das die Externsteine ein germanischer oder gar keltischer Kultplatz waren, wird somit ein weiteres Mal von der Wissenschaft des Platzes verwiesen. An Fragen mangelt es trotzdem nicht: warum und wozu die Grotten im Mittelalter, Teile eventuell schon im Frühmittelalter in den Fels geschlagen wurden, ist immer noch rätselhaft.

Die Lumineszenzmethode

Brandspuren an den Felswänden der Grotten weisen auf Feuereinwirkung in früherer Zeit hin - und erhitztes Gestein läßt sich sehr gut mit der sogenannten Lumineszenzmethode datieren. Mit dieser Methode bestimmt man den Zeitpunkt der letzten Erhitzung der im Sandstein enthaltenen Quarz- und Feldspatkörner, mithin das Mindestalter der Anlage der Grotten. Das Verfahren beruht darauf, daß natürliche Gesteine geringe Mengen an radioaktiven Elementen besitzen, welche die Mineralkörner einer fortdauernden Strahlung aussetzen und ein Lumineszenz-Signal aufbauen. Damit ist die gemessene Intensität des Signals ein Maß für das Alter der Probe

 

Quelle: HAW

Kommentare (5)

  • Michael Pechmann
    Michael Pechmann
    am 21.10.2005
    Zuerst einmal herzlichen Dank für die kontinuierlichen Informationen.
    Hier zu den Externsteinen scheint mir das Ergebnis der Lumineszenzmethode kein Beleg gegen eine Nutzung in vorgeschichtlicher Zeit zu seien. Denn, wenn ich recht verstanden habe, sagen die Ergebnisse aus, dass um das Jahr 750 bzw. im Mittelalter zum 1.mal hier ein Feuer gebrannt hat. Mehr nicht.
  • Raimund V. Tabor
    Raimund V. Tabor
    am 22.10.2005
    Die frühe "Bautätigkeit" in diesem Bereich und das Anlegen christlicher Symbolwege, die von der Motivnähe des Baldurmythos und der Irminsul zu christlichen Inhalten profitieren, lässt viele Fragen offen. Ohnehin wäre ein germanisches Heiligtum, oder gar ein keltisches in diesem Bereich kein eigenständiges Bauwerk gewesen, sondern der Wald um die Externsteine herum, mit diesen als Landmarke. Die Annahme also, dass es sich bei den Externsteinen um ein christianisiertes Heiligtum handelt, wird durch die Entdeckungen eher gestützt. Dafür sprechen auch die "Bauphasen".
  • Siegfried Schroeder
    Siegfried Schroeder
    am 25.10.2005
    Die Meldung stützt meine Theorie von der Anwesenheit gotländischer Steinmetze an den Externsteinen. Die berühmten gotländischen Bildsteine des 7./8. Jh. bieten ikonographisch verwandte Züge zu den Werken an den Externsteinen. Denkbar wäre, dass die gotl. Bildhauer die Grotte während ihrer Anwesenheit zu Wohnzwecken genutzt haben (s.http://people.freenet.de/siegfried-schroeder) "Gotländer am Externstein"
  • Werner Wickboldt
    Werner Wickboldt
    am 25.10.2005
    "Denn, wenn ich recht verstanden habe, sagen die Ergebnisse aus, dass um das Jahr 750 bzw. im Mittelalter zum 1.mal hier ein Feuer gebrannt hat."
    Diese Einschätzung ist nicht richtig. Es muss heißen: ...um das Jahr bzw. im Mittelalter zum letzten Mal hier ein Feuer gebrannt hat.
  • Meikel
    Meikel
    am 25.04.2006
    nein, es geht um den Zeitpunkt der letzten Erhitzung des Gesteins...
    somit sind nur die zeiträume angegeben, in denen die letzten feuer gebrannt haben!

    Sämtliche daten geben das mindestalter der feuerstellen an!!
    die forschungen belegen nicht, ob nicht schon viel früher dort aktivitäten waren!!

    gruss

    meikel

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