Erstmals zerstörungslos jahrgenaue archäologische Datierung gelungen

An drei keltischen Tierskulpturen aus dem Württembergischen Landesmuseum ist es weltweit erstmals mittels eines Computertomographen an der Fachhochschule Aalen gelungen, fragile archäologische Objekte berührungsfrei aufs Jahr genau zu datieren.

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Die keltischen Holzfiguren wurden im dem Brunnen der Viereckschanze von Fellbach-Schmiden gefunden und gehören zum kostbarsten Bestand des Württembergischen Landesmuseums. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchung stand die Standardisierung des computertomographischen Verfahrens zur dendrochronologischen Datierung in der Archäologie. Wertvolle Objekte wie die Tierskulpturen mussten bislang undatiert bleiben, weil sie zur Altersbestimmung mittels der dendrochronologischen Methode entweder gebohrt oder aufgeschnitten werden mussten.

Diese Methoden wurden zur Altersbestimmung des Brunnens angewandt. Er konnte auf das Jahr 123 v. Chr. datiert werden. Das Alter der darin gefundenen Skulpturen blieb unbekannt. Mithilfe computertomographischer Aufnahmen gelang es nun am Institut für Botanik der Universität Hohenheim, festzustellen, dass die Eiche, aus der die Skulpturen geschnitzt wurden, im Jahr 127 v. Chr. gefällt wurde.

Kommentare (7)

  • Udo
    Udo
    am 30.07.2004
    Die etwas sensationshaschende Überschrift sollte durch Hinzufügen von "bei Dendro" etwas relativiert werden, denn bei fast allen anderen Materialien (Metall, Glas, Horn etc.) muß noch zerstörend analysiert werden!
  • Nanu
    Nanu
    am 31.07.2004
    Es geht hier doch um Dendro- und nicht um Metall- oder Glasuntersuchungen. Die Kritik kann ich nicht ganz verstehen. Ich für meinen teil finde diese nachricht faszinierend und würde gern mehr Dtails informiert werden.
  • Oli
    Oli
    am 01.08.2004
    Na immerhin etwas.
  • Rainer Fischer
    Rainer Fischer
    am 02.08.2004
    Warum diese polemischen Anworten? Verletzter Forscherstolz? Haben selbst kürzlich eine zerstörungsfreie Untersuchung an einem römischen Glasobjekt in Aalen mit Erfolg durchführen lassen. Ohne diese Untersuchung wäre die Rerestaurierung einer mit Gips vollgegossenen Amphoriske nur schwer möglich gewesen.
  • getoba
    getoba
    am 07.08.2004
    Auch ich finde die Kommentare etwas kleinlich. Eine jahrgenaue Bestimmung ist eh´ nur bei Holz möglich. Und das dieses jetzt mit Hilfe der Computertomographie auch ohne Beschädigung des Objektes möglich ist, ist doch eine Meldung wert. Die Überschrift ist sachlich korrekt und nicht grade "sensationshaschend" !
    Eine jahrgenaue Bestimmung wird bei Glas, Metall, Stein, Ton, usw. aus physikalischen Gründen ohnehin niemals möglich sein - Leider !
    Die einzige Methode einer jahrgenauen Bestimmung ist und bleibt die Dendrochronologie - Das diese weiter entwickelt und perfektioniert wird, sollte doch jedem an Archäologie und Geschichte Interessierten sehr willkommen sein.

    Wünsche allen hier frohes Buddeln !!!
    Ich geh´ jetzt für `ne Woche auf `ne frühgermanische Grabung im Rhein-Sieg-Kreis !
  • Fred
    Fred
    am 22.08.2004
    Mein Glückwunsch an alle Beteiligten! Die Idee lag nahe, aber nicht überall steht ein Computertomograph für nichtmedizinische Zwecke zur Verfügung.Dass dies in Hohenheim der Fall war und n icht an einer amerikanischen Universität, lässt für den Forschungsstandort Deutschland hoffen, auch für "exotische" Fächer ohne unmittelbare wirtschaftliche Nutzbarkeit der Ergebnisse.
  • Ulrich Kühne
    Ulrich Kühne
    am 02.10.2004
    Mich bewegt eine Frage: Wie kann die Alterbestimmung in Bezug auf das Fälljahr des Baumes vorgenommen werden, wenn die äußeren (jüngsten) Jahresringe nach dem Schnitzen nicht mehr vorliegen? Außerdem: Wie weit reicht der dendrologische Kalender mittlerweile zurück und warum wurde nicht die C14-Methode zur Bestimmung angewendet?

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