Der fruchtbare Boden und die siedlungsgünstige Lage im Umfeld der Ruhr und die Nähe zu anderen Wasserläufen ließen die Fachleute der LWL-Archäologie für Westfalen vermuten, dass die Fläche schon in früheren Zeiten besiedelt wurde. Eine erste Sondierung im Juni brachte dann Gewissheit. "Wir konnten tatsächlich in einem Teilbereich Gruben und Gräben einer Hofstelle erfassen", erläutert LWL-Archäologin Dr. Eva Cichy.
Da die Fläche ein leichtes Gefälle aufweist hatten sich im tiefer gelegenen Osten unterhalb einer durch Erosion entstanden Schicht (Kolluvium) letzte Reste des Siedlungsplatzes erhalten. In einem flachen Graben fand das Team einen verzierten Spinnwirtel aus Keramik (Teil einer Handspindel), der auf Textilherstellung vor Ort verweist.
Im Juli öffnete eine archäologische Fachfirma um die ersten entdeckten Befunde herum eine Grabungsfläche. Einige weitere große und kleine Gruben kamen zutage, die meisten waren nur noch recht flach erhalten. "Durch die Erosion ist ein Großteil der ehemaligen Siedlungsspuren schon zerstört worden, bevor sich das Kolluvium darüber gebildet hat", erklärt Grabungsleiter Philipp Bockelbrink.
Auffälliger ist ein besonderer Befund: ein noch gut ein Meter tief erhaltener, kurzer Graben: "Er war mit Brandschutt verfüllt worden, und auf der Sohle konnten wir bereits bei der Voruntersuchung ein halbes Gefäß bergen", berichtet Cichy.
Grabungstechnikerin Celine Bariszlovich konnte nun bei der im Juli abgeschlossenen Grabung tatsächlich den zweiten Teil der kleinen Schüssel aus der restlichen Verfüllung bergen, deren Alter die Fachleute auf etwa 2.500 Jahre schätzen. Hier stellt sich die Frage, ob die Keramik vielleicht absichtlich auf dem Boden des tiefen Gräbchens deponiert wurde. Der ungewöhnliche Grabenbefund gibt den Archäologinnen und Archäologen noch Rätsel auf. Weitere wissenschaftliche Auswertungen werden den offenen Fragen auf den Grund gehen.









