Digitale Ausstellung zu 40 Jahren jordanisch-deutscher Zusammenarbeit online

Die digitale Ausstellung »Partner für das Kulturerbe in Gadara/Umm Qays. 40 Jahre jordanisch-deutsche Initiativen« ist ab sofort über die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) weltweit frei zugänglich. Die Ausstellung zeigt, wie das Deutsche Archäologische Institut (DAI) gemeinsam mit lokalen und internationalen Partnern seit vielen Jahren daran arbeitet, materielles und immaterielles Kulturerbe in Jordanien zu bewahren.

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Online-Ausstellung Gadara/Umm Qays
Online-Ausstellung »Partner für das Kulturerbe in Gadara/Umm Qays. 40 Jahre jordanisch-deutsche Initiativen« (Screenshot)

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das verlassene Dorf Alhara Alfoqa auf dem Gelände der antiken Stadt Gadara (Jordanien). Obwohl das Dorf seit Jahrzehnten unbewohnt ist, bleibt es für viele Menschen der Region ein wichtiger Erinnerungsort. Zahlreiche ehemalige Bewohnende verbinden mit dem Ort persönliche Geschichten, Familienerinnerungen und Wissen über traditionelle Lebens- und Arbeitsweisen, das heute droht verloren zu gehen.

Ein Dorf als Erinnerungsort

Die Ausstellung gibt Einblicke in die denkmalgerechte Instandsetzung historischer Gebäude, die Wiederbelebung traditioneller Handwerkstechniken sowie Bildungs- und Trainingsprogramme zur Bauwerkserhaltung und Kulturerbevermittlung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem seit 2016 durchgeführten »Train the Trainers«-Programm und der schrittweisen Instandsetzung des Bait Husein Al Rousan. Die ehemalige Hofanlage im historischen Dorfkern von Alhara Alfoqa wird seit mehreren Jahren im Rahmen praktischer Trainingsmaßnahmen restauriert und zu einem dauerhaften Werkhof und Begegnungsort für Fortbildungen, Austausch und Vermittlungsarbeit zu Themen der Bauwerkserhaltung und des Kulturerbes entwickelt.

Train the Trainers: Handwerk, Bildung, Bestandssicherung

Hier erwerben jordanische und syrische Teilnehmende praktische Kenntnisse in den Bereichen Steinmetzhandwerk, Bauwerkserhaltung und Bestandssicherung. Zugleich werden traditionelle Techniken dokumentiert, wiederentdeckt und an neue Generationen weitergegeben. Einige ehemalige Trainees arbeiten heute selbst als Ausbilder, Fachkräfte in der Denkmalpflege oder haben eigene Handwerksbetriebe gegründet.

Kulturerbe wird sichtbar

Anhand von Fotografien, historischen Aufnahmen, Interviews, Filmsequenzen und interaktiven Elementen erzählt die Ausstellung von den Menschen hinter diesen Initiativen – von Handwerker:innen, ehemaligen Dorfbewohnenden, Projektpartnern und lokalen Gemeinschaften. Sie macht sichtbar, wie Kulturerbe nicht nur in Gebäuden und Objekten, sondern auch in Erinnerungen, handwerklichem Wissen und gemeinschaftlichen Praktiken fortlebt.

Meilensteine und Ausblick

Die Ausstellung wurde erstmals im Juni 2024 anlässlich der Eröffnung der restaurierten Madafeh des Bait Husein Al Rousan in Alhara Alfoqa präsentiert. Mit der nun erfolgten digitalen Umsetzung werden die Inhalte dauerhaft gesichert und einem internationalen Publikum in deutscher, englischer und arabischer Sprache in der Deutschen Digitalen Bibliothek zugänglich gemacht.

Die Deutsche Digitale Bibliothek bündelt digitale Kultur- und Wissensangebote aus ganz Deutschland und ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang für ein breites Publikum.