Die Stelen des Islamischen Friedhofs in Assuan

In Verbindung mit seinen Dokumentations- und Restaurierungsarbeiten in der Islamischen Nekropole in Assuan organisiert das Deutsche Archäologische Institut Kairo (DAIK) in Kooperation mit dem Ägyptischen Antikendienst (SCA) vom 13.-15. Februar 2010 im Nubischen Museum in Assuan einen internationalen Workshop über die Grabstelen des Friedhofs.

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Blick in den islamischen Friedhof von Assuan (Foto: DAI)
Blick in den islamischen Friedhof von Assuan (Foto: DAI)

Während sich eine unbekannte Anzahl der Grabstelen noch immer an Ort und Stelle befindet, wurden viele bereits vor Jahrhunderten geborgen und sind heute weit verstreut: in SCA Depots in Assuan und Kairo, im Nubischen Museum in Assuan, im Islamischen Museum in Kairo und in ausländischen Museen und Sammlungen. Auch ihre genaue Anzahl ist unbekannt und könnte in die Tausende reichen, wobei ihre Datierung einen Zeitrahmen vom 1. Jh. der Hidjra/ 7. Jh. n. Chr. bis frühestens 6 Jh. H./12. Jh. n. Chr. absteckt. Daher sind diese Stelen eine außergewöhnliches, wenngleich größtenteils vernachlässigtes Schriftkorpus mit enormem Forschungspotential für die Sozial-, Kultur- und Religionsgeschichte Assuans in der Übergangsphase von der Spätantike zum Mittelalter.

Der Workshop verfolgt drei Hauptziele:

  1. Die Anzahl und die Aufbewahrungsorte der Stelen genauer einzugrenzen.
  2. Den Forschungsstand zu definieren, weitere Ziele zu diskutieren und ein Forschungsnetzwerk aufzubauen.
  3. Eine digitale Dokumentation in Form einer Online-Datenbank zu lancieren, die Fotos, Beschreibungen, Texteditionen und Metadaten aller in den verschiedenen Aufbewahrungsorten vorhandenen Stelen vereint. Die Datenbank soll interessierten Forschern als Forschungsplattform dienen.

Der Workshop wird Treffpunkt für Wissenschaftler ägyptischer und internationaler Universitäten sowie Vertreter von Institutionen, in deren Besitz sich Stelen befinden: SCA, das Islamische Museum in Kairo, das Nubische Museum in Assuan, das Museum für islamische Kunst in Berlin, das Britische Museum und andere. Das DAI in Kairo möchte damit den wissenschaftlichen Austausch zu diesem Thema sowie die Entstehung des Digitalisierungsprojekts maßgeblich zu fördern.

Kommentare (1)

  • Pierre Michel Bruley
    Pierre Michel Bruley
    am 13.02.2010
    Es wurde langsam Zeit das solche historische und religiöse Werte, wenn auch nur schriftliche und bildlerische, zusammengeführt wird. Aber leider wieder nur für Forscher irgendwelcher Institutionen, dabei vergißt man, wahrscheinlich gewollt, das auch der normale Bürger dieses Planet, welcher an der Geschichte interessiert ist, das Recht hat auf Einblicke und Informationen über die Historik der Erde.
    Wir die einfachen Bürger haben nicht das Geld, wie die Forscher der verschiedenen Fachrichtungen, überall hinzudüsen wo es interessante Dinge dieser Welt, wie die Institutionen, welche zum größten Teil aus den Geldern in irgendeiner Form von den Bürgern bezahlt wird.
    Wenn Datenbanken, Literaturen und ähnliche Informationswerte erstellt werden, dann bitte für alle zugänglich, und zwar Kostenlos, denn bezahlt haben wir schon mit Spenden- oder Steuergelder oder in anderer Form.
    Mit freundlichen Grüßen
    Pierre M Bruley

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