Die Funde in Saqqara nehmen kein Ende

Tag für Tag kommen in der Nekropole von Saqqara neue Schätze zum Vorschein. Die erfolgreiche Grabungssaison abrundend hat ein ägyptisches Team zwei weitere Gräber aus der Zeit des Neuen Reiches entdeckt.

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Das erste ist das Grab von Ibi, einem Aufseher über die Honigproduktion im "Haus des Amun", das zweite Grab ist das von Nefer-Renbet, dem Leiter des "morning house".

Die Grabkammer des Ibi ist überwiegend aus Lehmziegeln errichtet. Eine Kapelle aus Kalkstein ist mit Szenen ausgeschmückt, die den Verstorbenen Ibi und seine Frau Sekhmet bei verschiedenen Tätigkeiten darstellen. In einer Szene sind beide abgebildet vor einem mit Gaben beladenen Tisch. Auf der Westseite dieser Kapelle befindet sich eine bemerkenswerte Darstellung des Verstorbenen in einem Faltenumhang und einer langen Perücke; er sitzt neben seiner Frau, die eine transparente Robe und eine Perücke trägt. Ihre linke Hand ruht auf der Schulter ihres Gatten, während ihre rechte Hand eine Lotusblüte zu Ihrer Nase führt. "Das ist eine wunderschöne Szene, die die Liebe des Ehepaares verkörpert", schwärmt der Kulturminister Ägyptens Farouk Hosni.

Diese Szene ist mehrmals auf beiden Seiten der Wand abgebildet zusammen mit den Namen und Titeln von Ibi, der unter anderem als Aufseher über die Honigproduktion im Haus des Amun tituliert wird. Seine Frau Sekhmet wird als "lady of the house" bezeichnet.

Nefer-Renbets Grabkammer, die ebenfalls aus Lehmziegeln erbaut wurde, hat einen zwei Meter tiefen Grabschacht auf dessen Boden eine große Zahl zerbrochener Kalksteine gefunden wurden. Sein Name ist in einige dieser Steine eingraviert, während andere Blöcke Amtstitel tragen, eventuell, die weiteren Titulaturen des Verstorbenen. Unter ihnen wird er als "ruler of the morning house" und "supervisor of the area" bezeichnet. Fünf Blöcke sind verziert mit Szenen, die teileweise unkenntlich sind, eine davon zeigt jedoch eine Hand mit einem langen Stock vor einem Opfertisch, der mit Blumen und Lebensmitteln beladen ist.

Ausgrabungsleiter Sabri Farrag teilte mit, daß bei den Ausgrabungen auch eine Ushabti-Figur des Verstorbenen mit einer Höhe von 18 cm und einer Breite von 6 cm gefunden wurde.

Der Generalsekretär der Antikenbehörde Zahi Hawass bezeichnete einen Fayence-Anhänger aus der zweiten Grabkammer als "den Pfirsich unter den Entdeckungen". "Es ist eine wunderschöne Szene, in der Anubis als Wächter der Toten auf einem Schrein sitzend dargestellt ist", beschreibt er den Fund. "Der Tote steht vor ihm mit beiden Händen zum Gebet erhoben. Über ihm befindet sich eine einzigartige Darstellung des heiligen Auges des Horus mit zwei schützenden Flügeln". Die Rückseite des Anhängers ist mit einer weiteren Illustration versehen: die Göttinnen Isis und Nephhys.

Quelle: SIS

Kommentare (2)

  • Prof. Dr. Wolfgang Kuhoff
    Prof. Dr. Wolfgang Kuhoff
    am 12.09.2002
    Sehr geehrte Herausgeber!
    Ich wußte gar nicht, daß die antiken Ägypter Englisch sprachen. Daß die heutigen ägyptischen Institutionen ihre Pressemitteilungen zur weiteren Verbreitung in Englisch verfassen, ist verständlich, doch kann man die dort benutzten grundlegenden Begriffe völlig problemlos ins Deutsche übersetzen. Sonst leistet man auch hier dem unerträglichen Eindringen immer weiterer tatsächlicher oder erfundenener Angloamerikanischen in die deutsche Sprache unnötig Vorschub. Was den Inhalt anbetrifft, so müßte natürlich erläutert werden, was das "Haus des Amun" ist, und auch das "Morgen-Haus" entzieht sich ohne Erklärung dem Verständnis. Überdies sollte die Datierung präzisiert werden, denn das Neue Reich dauerte bekanntlich etliche Jahrhunderte. Schließlich ist die Ushepti-Figur des zweiten Verstorbenen als ungewöhnlich groß einzustufen, denn die üblichen erreichen bei weitem nicht eine Höhe von 18 cm.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Kuhoff.
  • Hosrt Stoldt
    Hosrt Stoldt
    am 19.09.2002
    Ich bin auch der Meinung,daß man den englisch/amerikanischen Sprachgebrauch vermeiden sollte.

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