Die 'Frau von Peiting' jetzt in Herne

Seit Ende Februar ist die 1.000 Jahre alte "Frau von Peiting" zu Gast im LWL-Museum für Archäologie in Herne. Eine der am besten erhaltenen Moorleichen Deutschlands ergänzt damit die Ausstellung "klima und mensch. leben in eXtremen" im Museum des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und löst die Moorleiche "Moora" aus Niedersachsen ab, die nach Hannover zurückkehrt.

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Die knapp 1.000 Jahre alte 'Frau von Peiting'. (Foto: LWL)
Die knapp 1.000 Jahre alte 'Frau von Peiting'. (Foto: LWL)

"Rosalinde" haben die Forscher die Leiche einer etwa 25-jährigen Frau genannt, als sie vor 50 Jahren im oberbayrischen Schwarzlachmoor bei Peiting gefunden wurde. Die junge Frau ist im Hochmittelalter (im 11. / 12. Jahrhundert) wahrscheinlich am Kindbettfieber gestorben und in einen zwei Meter langen Sarg im damals noch existierenden See versenkt worden. Über die Umstände die zu der Bestattung im See führten, gibt es nur Vermutungen. LWL-Archäologin Svea Rathje: „Offenbar war es nach damaligen Wertmaßstäben nicht möglich, die Frau auf einem christlichen Friedhof zu bestatten.“

Nicht nur der Körper, sondern auch Teile der Kleidung und die Schuhe sind noch fast vollständig erhalten. Außer einem hellen Kleid aus Wollstoff fanden die Wissenschaftler auch Reste einer Unterbekleidung aus Leinen. In ihrem kinnlangen Haar trug die Frau ein gewebtes Haarband.

Der Fund „Rosalinde“ ist auch wegen seines jungen Alters interessant. Die meisten Moorleichen stammen aus der Zeit zwischen etwa 600 v. Chr. und 500 n. Chr.

Die Ausstellung "klima und mensch. leben in eXtremen" ist noch bis zum 30.5.2007 im Westfälisches Museum für Archäologie in Herne zu sehen.

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