DFG-Projekt zum Gräberfeld von Lauchheim vorgestellt

Während der diesjährigen Präsentation des neuen Jahrbuches "Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2008" wurde in einer Sonderschau mit begleitenden Vorträgen das jüngst von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte Projekt zum frühmittelalterlichen Gräberfeld in Lauchheim im Ostalbkreis präsentiert.

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„Das Forschungsprojekt Lauchheim ermöglicht es uns, die reichhaltigen Funde aus dem Gräberfeld mit innovativen Verfahren angemessen auszuwerten. Auf die Ergebnisse kann man gespannt sein", so der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Prof. Planck.

Im Anschluss an die Buchpräsentation wurde das vom Landesamt für Denkmalpflege gemeinsam mit der Universität Freiburg erfolgreich bei der DFG beantragte Forschungsprojekt Lauchheim (www.dfg-projekt-lauchheim.de) vorgestellt. Neben den Hauptantragstellern Dr. Krausse (Landesamt für Denkmalpflege) und Prof. Dr. Sebastian Brather (Universität Freiburg) präsentierten Dr. Ingo Stork, Nicole Ebinger-Rist und Christina Peek (jeweils Landesamt für Denkmalpflege) erste Ergebnisse ihrer Arbeit: Zwischen den Jahren 1986 und 2005 wurde in Lauchheim ein alamannisch-fränkisches Gräberfeld mit zugehöriger Siedlung großflächig ausgegraben. Der Bestattungsplatz mit über 1.300 z. T. sehr reich ausgestatteten Gräbern und einer Vielzahl erhaltener organischer Gegenstände stellte bei seiner Freilegung eine archäologische Sensation dar. Um möglichst viele Informationen für die Nachwelt zu sichern, wurde eine große Anzahl der Funde in Erdblöcken geborgen, um eine sorgfältige Freilegung der fragilen Objekte in der Restaurierungswerkstatt zu ermöglichen. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, sollen neue Wege beschritten werden: Die hervorragende Qualität vor allem der erhaltenen organischen Bestandteile in den Blockbergungen erfordert innovative radiographische Verfahren zur Aufnahme und Auswertung, die auch „virtuellen Rekonstruktionen" durch den gezielten Einsatz von Radiographie, 3D-Röntgen-Computer- und Neutronen-Tomographie ermöglichen. Entsprechend der hohen Bedeutung und Wertigkeit des Fundplatzes aber auch auf Grund seiner methodischen Fortschritte ist das gemeinsame Projekt von Landesamt für Denkmalpflege und Universität Freiburg von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt und seit Mai 2009 in deren Förderprogramm aufgenommen worden, um eine baldige Auswertung des Gräberfeldes zu ermöglichen.

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