Deutschlands größtes archäologisches Freilichtmuseum verdoppelt seine Fläche

LVR-Archäologischer Park Xanten erweitert

Gut dreißig Jahre nach seiner Eröffnung ist der LVR-Archäologische Park Xanten am Freitag feierlich erweitert worden. Der Minister für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Lutz Lienenkämper und Winfried Schittges, stellvertetender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland, unterstrichen die Bedeutung des Zusammenschlusses für den Park: „Der APX ist längst ein touristischer Leuchtturm für die Region – und darüber hinaus“, so Schittges. Minister Lienenkämper ergänzte: „Lernen durch Erleben geht kaum besser als hier.“

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Der LVR-Archäologische Park Xanten war 1977 über der östlichen Hälfte der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana gegründet worden. Durch die Abbindung der Bundesstraße, die das Bodendenkmal jahrzehntelang durchschnitten hatte, war nun der Weg für die Erweiterung nach Westen bereitet. Ab sofort erschließt der Park auf rund 60 Hektar fast die gesamte Fläche der einzigen römischen Stadt nördlich der Alpen, die seit der Antike nicht überbaut wurde. Im Mittelpunkt des hinzukommenden Bereichs war bereits im August letzten Jahres das neue LVR-RömerMuseum eröffnet worden, das sich auf Anhieb mit über 150.000 Besuchern bereits in den ersten Monaten als Publikumsmagnet etabliert hat.

Damit ist der Ausbau des Parks aber bei weitem nicht abgeschlossen, wie LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger betonte. Für die Errichtung weiterer Attraktionen hat der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ein Maßnahmenpaket im Umfang von 60 Millionen Euro geschnürt. Geplant sind unter anderem die Rekonstruktion weiterer Abschnitte der römischen Stadtmauer, eines einheimischen Matronentempels und die Errichtung verschiedener Schaubereiche zu speziellen Themen des römischen Lebens. Zusätzlich wird der LVR auf den neuen Flächen ein Entdeckerforum mit angeschlossenem Fundmagazin errichten, in dem neuartige museumspädagogische Angebote die Besucher mit den modernen Methoden der Archäologie vertraut machen sollen.

Im vergangenen Jahr besuchten etwa 420.000 Menschen den LVR-Archäologischen Park Xanten, für dieses Jahr wird die 500.000 Marke angestrebt.

Kommentare (1)

  • Rolf Nowack
    Rolf Nowack
    am 18.05.2009
    Da ich in den letzten 15 Jahren die Freilichtausstellungen in Xanten des öfteren besucht habe, kann ich es jederman empfehlen sich die Römerstadt Xanten und die Altstadt mit dem Römermuseum anzusehen.
    Um so mehr finde ich es schade, dass andere Bundesländer in Norddeutschland ihre Gelder auf kleineren Kriegsschauplätzen verplempern und die ehemals zum Teil längerfristig bebauten Römerlager links liegen lassen. In Niedersachsen haben die römischen Invasoren außer bei Hedemünden mindestens 3 Lager mit größeren Vorsiedlungen angelegt, genauso wie in Sachsen-Anhalt wo nördlich des Harzes vermutlich sogar 4 Römerlager übereinander liegen und weitere Kastelle in der Nähe vorhanden waren. Hier könnte Wehrtechnik aus 2 verschiedenen Jahrhunderten, römisches Siedlungswesen aus mindestens einer Zeitstufe und in der Nähe vorher vorhandene Germanenfestungen in Zusammenhang untersucht werden. Leider lehnen die bekannten amtlichen Archäologen die These des Römerforschers Rainer Friebe aus Schwanebeck bei Halberstadt ab, dort hätte eine große Schlacht im ersten Jahrhundert nach Chr. stattgefunden, möglicherweise der Beginn der Varusschlacht.
    Ich hoffe, dass im Jubileumsjahr die Forschungsgelder in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordhessen aufgestockt, oder wenigstens dort bewilligt werden wo Industrieansiedlungen (z.B. das OTC 4 in Kassel-Baunatal) oder ähnliche Projekte Großwallanlagen weiter vernichten oder gefährden könnten. In Südniedersachsen wurde bei Northeim durch den Bau der Schnellbahntrasse und durch Ausweitung eines "Großen Freizeitsees" ein Römerrefugium zum größten Teil schon vernichtet.

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