Im 8. Jh. fand ein massiver Ausbau des Danewerks statt – als Erweiterung der Verteidigungslinie entstanden der Nord-, Krumm- und Osterwall sowie das Sperrwerk hier vor Reesholm. Das möglicherweise bis zu 1600 m lange massive Bauwerk in der Schlei schloss somit die Lücke im Verteidigungssystem und machte auch eine Überquerung bei Niedrigwasser von Schwansen im Süden in das im Norden gelegene Angeln praktisch unmöglich. Möglicherweise sicherten Soldaten aus der nur wenige 100 m entfernten Siedlung Füsing die unter Wasser verankerte Anlage.
Im Herbst 2026 sind mehrere Untersuchungen geplant, die der weiteren Erforschung sowie dem Schutz und Erhalt des Sperrwerks dienen. Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) arbeitet dabei mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und weiteren Forschungspartnern zusammen.
In der ersten Woche der Herbstferien, vom 12. bis 18. Oktober 2026, fand unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Nakoinz ein maritimarchäologisches Tauchpraktikum der CAU statt. Studierende erkundeten die erhaltenen Strukturen unter Wasser, dokumentierten ihren aktuellen Zustand mit Foto und Video und suchten insbesondere im östlichen Bereich nach weiteren Überresten der Anlage. Ergänzend kamen verschiedene geophysikalische und technische Untersuchungsverfahren zum Einsatz.
Darüber hinaus beauftragt das ALSH die Kieler Firma submaris - Forschungstaucheinsätze für Wissenschaft und Medien mit einer aktuellen Untersuchung des Erhaltungszustandes. Bei einem Forschungstaucheinsatz im November 2026 werden ausgewählte Bereiche des Sperrwerks auf Schäden, Bewuchs und mögliche biologische Gefährdungen untersucht. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Schiffsbohrwurm (Teredo navalis), der archäologisches Unterwasserbe aus Holz schädigen kann. Gleichzeitig werden ältere Untersuchungen und vorhandene Umwelt- und Gewässerdaten ausgewertet.
Die Ergebnisse beider Vorhaben sollen helfen, den heutigen Zustand des Sperrwerks besser zu verstehen und wertvolle Monitoringdaten für mögliche Schutzmaßnahmen zu sammeln. Weitere (geophysikalische) Untersuchungen sind zudem geplant, um die genaue Ausdehnung und Größe des unter Wasser liegenden Denkmals besser zu erfassen.




