Bremer Kogge bewegt sich

 

Ingenieure des Vermessungs- und Katasteramtes Bremerhaven vermessen zur Zeit die Bremer Kogge im Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) auf das Genaueste und halten den derzeitigen Zustand der Kogge fest.

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Im Vergleich mit den Aufmessungen des Koggebaumeisters Werner Lahn vor 25 Jahren wird deutlich: die Kogge bewegt sich.

Das Koggeprojekt tritt jetzt in eine neue Phase: die angemessene Präsentation des Schiffes und seine langfristige Sicherung. Die Konservierung der Kogge ist erfolgreich verlaufen, ihre Hölzer sind gut gegen Schrumpfen und Verwerfen geschützt. Zwar waren die meisten der sichtbaren Risse in den Planken schon vor dem Untergang vorhanden, doch hat das Holz der Kogge durch die Tränkung mit Polyethylenglykol eine unerwartete neue Eigenschaft angenommen, es ist etwas plastisch geworden.

Bei längerer Belastung, auch durch das eigene Gewicht, verformen sich Planken und Balken ein wenig, das ganze Schiff sackt nach unten und die Bordwände neigen sich nach außen. Auf diese Veränderungen ist die vor langer Zeit entworfene Aufhängung nicht ausgelegt. Das Phänomen tritt bei der Kogge zum ersten Mal in dieser Schärfe auf.

Außer der "Vasa" in Stockholm gibt es in keinem Museum ein so großes konserviertes archäologisches Schiff und auch sie zeigt ähnliche Verformungen. "Die Kollegen in Stockholm sind dabei, ähnliche Sicherungsmaßnahmen zu planen wie wir", sagt Dr. Per Hoffmann, Leiter des holzchemischen Labors des DSM.

"Wir bewegen uns in Neuland, das Koggeprojekt ist immer noch ein Experiment in großem Stil. Wir werden die Kogge von außen abstützen, die bisherige, nicht sehr hübsche Hängung entfernen und eine neue, unauffälligere innere Haltekonstruktion einbauen. Dabei werden wir die in den letzten Jahren aufgetretenen Verformungen des Rumpfes zu korrigieren versuchen. Zum Schluss werden wir die äußeren Stützen wieder abbauen. Die Kogge wird dann straffer und schöner aussehen als bisher", so Hoffmann. Das ganze Vorhaben, das auch von Wissenschaftlern aus dem Ausland begleitet wird, soll nicht länger als zwei Jahre dauern.

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