Bandkeramische Langhäuser ohne Ende

Ungewöhnlich viele Grundrisse von jungsteinzeitlichen Langhäusern kamen bei den Ausgrabungen an der geplanten Ortsumgehung bei Mügeln im Landkreis Nordsachsen ans Licht.

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Gefäßhenkel
Gefäßhenkel in Form eines Widderkopfes. Foto: U. Wohmann, © Landesamt für Archäologie Sachsen

Im Vorfeld des Baus einer Umgehungsstraße um die Stadt Mügeln (Landkreis Nordsachsen) wurden mehr als ein Dutzend Fundstellen untersucht. Am östlichen Stadtrand führten Archäologen des Landesamts für Archäologie Sachsen südlich der Staatsstraße S31 nach Oschatz zwei Grabungen dicht beieinander durch (Grauschwitz und Niedergoseln). Dabei zeigte sich, dass dieses Gebiet im Döllnitztal in frühneolithischer Zeit intensiv besiedelt war.

Die Grabungen erbrachten mindestens 26 Grundrisse sogenannter Langhäuser der Linearbandkeramischen bzw. Stichbandkeramischen Kultur. Die Zahl der bisher freigelegten Häuser ist mit 15 in Grauschwitz und 11 in Niedergoseln bereits ungewöhnlich hoch. Da der Rand der Siedlung bei den Grabungen bisher nicht erfasst wurde und nördlich und südlich der Grabungen weitere Funde der gleichen Zeitstellung ans Licht kamen, ist damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Hausgrundrisse noch erhöht, wenn die Arbeiten im Frühjahr fortgesetzt werden. Es scheint sich also um eine recht große Siedlung der Jungsteinzeit zu handeln.

Die bei den Ausgrabungen freigelegten Funde umfassen das für die bandkeramische Zeit typische Inventar an Keramikscherben, Silexwerkzeugen, Steinbeilen und gebranntem Lehm. Hervorzuheben sind u. a. ein widderkopfförmiger Gefäßhenkel aus Grauschwitz und eine Grube mit 5 Steinbeilen in Niedergoseln.

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