Balzan - Preis geht an Archäologen

 

Colin A. Renfrew, Großbritannien, ist einer von fünf Preisträgern des Balzan-Preises 2004.

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Der Balzan - Preis wird jährlich an herausragende Wissenschaftler aus jeweils ausgewählten Fachdisziplinen vergeben.

An Colin A. Renfrew bis 2004 Professor für Archäologie an der Universität Cambridge, schätzen seine Kollegen vor allem seinen herausragenden analytischen Verstand. "Renfrew ist einer der ganz wenigen, die dazu aufgefordert haben, dass die prähistorischen Archäologen nicht nur Nabelschau betreiben, sondern er hat durch seine theoretischen Arbeiten angeregt, dass man die archäologischen Hinterlassenschaften des Menschen möglichst breit betrachtet", sagt Prof. Hermann Parzinger, Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts, Berlin.

Er gehört zu den bedeutenden Vertretern der prozessualen Methode, die er innovativ weiterentwickelt hat. er ist der Verfasser zahlreicher herausragender Werke von grosser Interpretationsschärfe und bahnbrechender Kraft über zentrale Themen der Vor- und Frühgeschichte Europas und der aussereuropäischen Welt. Ebenso verfügt er über eine ungewöhnliche Fähigkeit, Forschungsprojekte zu organisieren und deren theoretische wie ethische Probleme zur Diskussion zu stellen."

Seinen Forscherruhm erwarb sich Renfrew bei Ausgrabungen auf der Kykladeninsel Antiparos und den Orkneys vor der nordschottischen Küste. Als einer der ersten setzte er die Radiokarbonmethode (Kohlenstoffdatierung) für die Altersbestimmung von Objekten organischen Ursprungs ein. Ein wesentliches Verdienst kommt ihm auch bei der Schaffung von Diskussionsforen über den eurasischen Steppenraum zu. Seit der Öffnung der ehemaligen Sowjetunion lenkte er dank seinem Renommee das Interesse auf diesen Raum, der archäologisch noch für spannende und aufschlussreiche Entdeckungen sorgen dürfte.

Colin A. Renfrew, Lord Renfrew of Kaimsthorn. 1937 in England geboren, Professor für Archäologie an der University of Cambridge und Direktor des McDonald Institute for Archaeological Research in Cambridge,l sowie Leiter zahlreicher Ausgrabungen, u.a. in Ostmazedonien und in Griechenland.

 

Die weltweite Förderung relevanter geistes-, naturwissenschaftlicher, kultureller und humanitärer Leistungen ist seit 1956 das erklärte Ziel der Internationalen Balzan Stiftung. Der Balzan-Preis zählt zu den renommiertesten Wissenschaftspreisen und würdigt das unermüdliche Schaffen der engagiertesten Wissenschaftler. Das Preisgeld muss jeweils für die Nachwuchsförderung eingesetzt werden.

Die Gründung erfolgte 1956 durch Angela Lina Balzan zu Ehren ihres 1953 in der Schweiz verstorbenen Vaters Eugenio Balzan (*1874), der von 1897 bis 1933 für den "Corriere della Sera" tätig war, anfänglich als Korrespondent und ab 1903 als Geschäftsführer und Mitherausgeber.

Weitere Informationen: www.balzan.com

 

Quelle: Balzan Stiftung

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