5.000 Jahre altes Großsteingrab wiederentdeckt

Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben dank der Aufmerksamkeit eines Bürgers eine 5.000 Jahre alte Grabanlage von frühen Bauern in Büren-Brenken (Kreis Paderborn) wieder entdeckt.

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Megalithgrab (Modell)
Ein Modell veranschaulicht, wie die Archäologen den Bau der Großsteingräber rekonstruieren. Foto: LWL/Maas.

"Das Grab ist vor 150 Jahren erstmals erwähnt worden, doch ist das Wissen um die genaue Fundstelle im Laufe der Zeit verloren gegangen. Wir sind froh, dass wir seine genaue Lage nun kennen", erklärt Dr. Hans-Otto Pollmann, Archäologe der LWL-Außenstelle Bielefeld.

Das sogenannte Galeriegrab ist mindestens 20 Meter lang und zwei Meter breit. Frühe Bauern hatten es vor rund 5.000 Jahren als Sammelgrab für ihre verstorbenen Angehörigen errichtet. Die großen Kalksteinplatten stehen fast einen Meter tief im Lehmboden, die Bestattungen auf den Boden des Grabes sind noch unberührt.

Die Wiederentdeckung des Grabes ist der Aufmerksamkeit von Johannes Happe aus Büren-Brenken zu verdanken. Er wusste von Bauern, die mit ihrem Pflug immer wieder an großen Steinen hängen geblieben waren und hatte dies der LWL-Archäologie für Westfalen gemeldet. Mit einer archäologischen Sondierung konnten die Fachleute das Großsteingrab lokalisieren.

Kommentare (4)

  • H.-Dieter Viel
    H.-Dieter Viel
    am 31.05.2008
    Würden die Damen und Herren Fachleute die sogenannten Amateure und/ oder interessierte Bürger von Ihrem Wissen und/ oder Vermutungen informieren statt auf der Uni vor sich hinzusitzen, würde so manches Rätsel gelöst und so viele Plätze gefunden. Die anschliessenden Massnahmen könnten dann wieder herhalten für weitere Interessierte etc., also würde ein Schneeballeffekt würde erzielt.
    Aber man will sich ja einen Namen machen!?
  • R.Gerhard G.
    R.Gerhard G.
    am 12.06.2008
    Dem Kommentar des Herrn Viel kann man nur unterstützen, treffender kann diese Problematik nicht beschrieben werden.
    Hierzu wäre noch zu bemerken, das die Luftbilder der Aufklärungsflüge der Bundesluftwaffe auch veröffentlicht werden sollten. Denn so manche Rarität von Entdeckung würde da zum Vorschein kommen.
  • Heino H.
    Heino H.
    am 19.06.2008
    Was die beiden Kommentarschreiber vielleicht noch nicht wissen, man kann sich in diesen Bereichen einbringen, indem man dem einen oder anderen Heimatverein beitritt und somit auch Zugang zu den "Fachleuten" hat. Niedersachsen ist da sehr rege. "FAN", Freunde der Archäologie in Niedersachsen, eine Organisation die von Fachleuten begleitet und unterstützt wird. In Schleswig-Holstein gibt es Vertrauensleute die sich der Thematik annehmen. Also frisch ans Werk, es gibt noch vieles zu entdecken.
  • Carsten
    Carsten
    am 29.05.2011
    Hiermit möchte ich klarstellen, das nicht der Herr Johannes Happe die Grabstätte entdeckt hat, sondern der Grundbesitzer Herr Josef Klocke aus Brenken. Herr Klocke wusste schon seit 1945 durch Erzählungen seines Vaters das sich eine Grabstätte auf seinem landwirtschaftlichen Grundstück "Moosbruch" befindet!

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